Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)

terke királyfi szekere] einen Preis; Árpád Juhász fertigte kleine Matyó-Firguren. Sándor Nagys Illustrationen zu „Onkel Schnurres Geschich­ten" [Móka bácsi meséi], Aladár Körösföi-Krieschs stark kon­turierte Märchenzeichnungen, Mariska Undis im englischen Stil entworfener Band sowie Rezső Mihálys dem Wiener Stil nahestehendes, quadratisches Märchenbuch repräsentieren die Geschichte der Erneuerung und die Entfaltung der unga­rischen Kinderbuchillustration. Die Gödöllőer vertraten die Ansicht, daß die künstlerische Erziehung bereits im Kinderzimmer beginnen muß, daß die LEBENSWEISE Der Mythos von Gödöllő entstand durch das auf sozial-sozia­listischen Prinzipien beruhende Leben in der Gemeinschaft und die Gebräuche der Lebensführung. Die jungen Künstler hatten bereits in Diód eine tolstoianische Lebensführung. Sie arbeiteten auf den Feldern und versuchten sich auch im Hausbau. Der Kernpunkt ihrer Religion der Liebe war die von sakralen und mythischen Inhalten erfüllte alltägliche Tätigkeit. Aladár Körösfői-Kriesch: Kinder am Meeresstrand / Öl. Tempera. Leinen. 1905 Kinder in einer ästhetischen Umgebung aufwachsen müssen, damit eine auch moralisch bessere Generation heranwächst. Sie beschäftigten sich auch auf theoretischem Niveau mit der Erziehung. Ihre in den zeitgenössischen Fachzeitschriften veröffentlichten Schriften sowie die Erinnerungen ihrer Zeit­genossen zeigen, daß sie Anhänger der Reformpädagogik waren. Sándor Nagy suchte nach den Mitteln, mit denen man die im Kind erkannten Neigungen weiterentwickeln kann: Wir müssen den „Kontakt mit der großen Natur und dem großen Leben", der bei ihnen noch vorhanden ist, be­wahren, schrieb er. In den Kinderzeichnungen sah er, eben­so wie in der Volkskunst, „die geistige Quelle, die aus den Tiefen der jahrtausendealten Kulturen hervorbricht", wäh­rend Körösfői-Kriesch vom Zeichenunterricht die Erneue­rung der Volkskunst erwartete. Die ungewöhnlichen Rezepte und die Anwendung beson­derer Kuren, die der Erhaltung der Gesundheit dienten, führte der gesundheitlich schwache Körösfői-Kriesch ein. Seine Fa­milie sowie die von Sándor Nagy und Árpád Juhász waren Vegetarier. Sie gingen im Park von Gödöllő spazieren, mach­ten Ausflüge und gingen regelmäßig zum nahegelegenen See von Szentjakab, wo sie nackt badeten und sich sonnten. Im Sommer schlief Körösföi-Krieschs Familie in einer offenen Laube. Ein wichtiges Element ihrer Lebensweise war der Sport. Sándor Nagy zum Beispiel war Speerwerfer und Läufer. Die Gödöllőer gehörten vermutlich zu den ersten Skiläufern in Ungarn; die Skier und die dazugehörigen Schuhe hatte ihnen Akseli Gallen-Kallela hatte aus Finnland geschickt. Auch in ihrer Kleidung wichen sie von der Normalität ab:

Next

/
Thumbnails
Contents