Nógrád Megyei Múzeumok Évkönyve XVII. (1991)

Néprajz - Kapros Márta: „Jönni-menni” viselet a Nógrád megyei Patak községben 1985-ben. I.

Resümee Marta Kapros: Die alltägliche Ausgehtracht der Gemeinde Patak im Komitat Nógrád im Jahre 1985 Der Aufsatz gibt für unsere Tage nur über das reliktumartig erhaltengebliebene System der Bauerntracht Beiträge. Der Grund der aus dem funktionellen Gesichtspunkt gemachten For­schung ist eine Mikrountersuchung. Der Autor hat ein Jahr lang täglich beobachtet, wie sich eine Frau mittleren Alters ankleidet, wenn sie zu ihrer städtischen Arbeit fährt, wo sie übrigens nicht mehr eine Arbeit landwirtschaftlichen Charakters macht. Von allen Kleidungsstücken, die zu dieser Gelegenheit passen, ist eine ausführliche Angabeaufnahme gemacht worden. Zu dem Material gibt eine in der Gemeinde in einem breiteren Kreis mit der Interwievmethode gemachte Forschung einen Hintergrund von allgemeiner Gültung. In diesem ersten Teil des Aufsatzes zählt der Autor den zu der Gelegenheit gehörenden aus 187 Stück/Paar bestehenden Gewandvorrat auf. Er macht die allgemeine Formencharak­teristik der einzelnen Gegenstandstypen (untere Körperkleider, Röcke, Schürze, "Wamse, Tucher, Fußbekleidung, Ergänzungen, Schmucke) bekannt. Diese Kleidungsstücke sind aus­nahmslos aus in Fabrik hergestelltem Material angefertigt, und 60% davon sind Konfektions­produkte. Zur Informierung macht der Autor die Voraussetzungen der einzelnen Herstellung bekannt, und skizziert den Vorgang der Veränderung. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit der Akkumulierung des gegebenen Kleidervorrats. Dieser Prozeß fiel mit der Zeit zusammen, als sich die Bauernlebensweise völlig verändert, und infolgedessen beschleunigt sich das Tempo der Trachtveränderung, anderseits bricht der große Teil der Jugendlichen auch in der behan­delten Gemeinde mit den Traditionen, und geht zu dem städtischen Ankleiden hinüber. All das beeinflußte die Art und Weise, die Umstände der Anfertigung und Besorgung der Trachtge­genstände bedeutend. (Z.B. gewinnen die gebraucht gekauften, bzw. der zum Geschenk be­kommenen Kleidungsstücke, bei denen von der Seite der mit seiner Tracht Brechenden ein Überfluß entstand, an Bedeutung.) Die Prinzipien der Vorratsvermehrung bewahren traditio­nelle Züge, aber sie machen auch die elastische Anpassung an die neuen Verhältnisse möglich. Die regelmäßige Fahrt zur städtischen Arbeit ergibt das hochgradige Anhäufen der Ausgeh­bekleidungsstücke, die früher in Fest- und Arbeitsbekleidung aufgeteilte Garderobe geht in die Richtung einer Dreiergliederung. Der erweiterte Kleidervorrat ermöglicht auch das, daß die alltägliche Ausgehbekleidung - sich der Festbekleidung nähernd - auch immer mehr nuancier­te inhaltliche Bedeutungen trägt. (Z.B. verschiedene Variationen für die Sichtbarmachung der drei Intensitätsstufen der Trauer.) 231

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