Nógrád Megyei Múzeumok Évkönyve XV. - Nógrádi Történeti Évkönyv Belitzky János emlékének tiszteletére (1989)

Lengyel Ágnes: Fejezet egy Nógrád megyei falu (Terény) vallási néprajzából

Resümee Agnes Lengyel Ein Abschnitt aus der religiösen Ethnographie eines Dorfes (Terény) im Komi­tat Nógrád (Tagesgebetordnung) Das Essay beschäftigt sich, als Teilergebnis einer umfassenden Untersuc­hung, mit einem einzigen Element, mit dem Beten und mit den daran knüp­fenden Sitten. Die Untersuchung dieses Themenkreises wurde bisher in der ungarischen Volkskundenwissenchaft ziemlich in den Hintergrund verdrängt. Wir haben in unserer Arbeit die systematische Untersuchung einer eingeg­renzten, lokalen, mehrschichtigen (katholisch-evangelisch, ungarisch-slowa­kisch), die Tradition aufbewahrenden und relativ isoelirten Siedlung zum Ziel gestellt. Auf das traditionelle Gebetleben konzentrierend haben wir die religiöseste Schicht des Dorfes, die regelmässing die Kirche besucht, Leute alteren zur Basis der Sammlung gewählt. Zur Analyse des Gebetbestands, der Gebetgelegenheiten haben wir wegen Mängel an Vorbildern die Gesichtspunkte der Gruppierung — ausgehend aus den Charakterzüger des gesammelten Materials — selbstständig zusammen­gestellt, wegen Umfangursachen beschäftigen wir uns nur mit der Tagesbetord­nung. Innerhalb der Tagesbetordnung haben wir die an die Tageszeiten knüpfenden Betangelegenheiten, die von den Tageszeiten unabhängigen, unregelmässigen Gebetangelegenheiten, weiterhin die mit den menschlichen Tätigkeit und ausserordentlichen Ereignissen verbundenen Gebetlegenhei­ten abgesondert. Um des leichteren Überblicks wegen wir die mit den Tages­zeiten verbundenen Gebetgelegenheiten bei beiden Konfessionen in Tabellen eingeordnet, und die zusammengefassten Angaben zeigen die Graphiken. Es ist festzustellen, dass die Evangeliker einen kleineren Betbestand gebrauchen, und sie ardern diesen Bestand wenig. Den wichtigsten Unterschied in den Tagesgebeten der beiden Konfessionen bedeuten die Maria-Gebete und zugleich beten die Katholiker nicht nur infolge der Maria-Ehre mehr und mehrerlei. Die Tagesbetordnung ist auch heute für die untersuchte ältere religiöse Schicht neie Lebensauffassung, „Energiequelle", und daneben hat sie eine bedeutende Rolle auch bei der Tageszeiteinteilung. Ausserdem ungarnen und umwandeln die kurzen Stossgebete und die Gebete während der keine Kon­zentration erfordernde Ereignisse ihre Alltage. Die Funktion der Gebetbräuche war in ihrer Gesamtheit nicht nur die ununterbrochene Lebendighaltung des religiösen Glaubens, sondern die, dass sie den Alltagen eine regulierende Form geben. 365

Next

/
Thumbnails
Contents