Nógrád Megyei Múzeumok Évkönyve 26. (1980)

Tanulmányok - Praznovszky Mihály: Kubinyi Ferenc közéleti tevékenysége

MIHÁLY PRAZNOVSZKY: Die Tätigkeit von Ferenc Kubinyi im öffentlichen Leben Ferenc Kubinyi ist eine bedeutende Persönlichkeit der ungarischen Geschichte der Reformzeit und ein hervorragend wichtiger Leiter der Ge­schichte des Komitats Nógrád. Sein Leben und Wirken knüpft sich an die aufregendsten Jahre der bürgerlichen Umwälzung in Ungarn, begleitend sie von dem ersten Parlament der Reformzeit bis zum Kompromiss des Jahres 1867. Er ist 1796 in Videfalva (Komitat Nógrád — heute in der Slowakei) geboren, und seine Schulung und Berufswahl bestimmten grundsätzlich die von zu Hause und von der Familie bekommenen Eindrücke: die Ansprüche an die Kultur, an die Hilfe der heimatlichen Wissenschaften, an die Rettung unserer ins Verloren gehende Werte. All dazu kam noch sein ungebrochenes politisches Verhalten, das ihn sein Leben lang auf die Seite der Kämpfer für den Fortschritt gestellt hatte. Er nahm schon 1825 am Parlament teil, aber er zeichnete sich wirklich nur auf der Ständediät der Jahre 1832—36 mit seinem konsequent liberalen Verhalten aus. Wir sehen ihn als Abgeordneten in den Jahren 1843—44, 1847—48, 1848—49 und 1861. In der Landespolitik war er der Kampfgenosse von Lajos Kossuth, Ferenc Deák, István Bezerédj, Gábor Klauzál, Ödön Beöthy, usw. Wegen seiner Prinzipien war er mehrmals bestraft: so zum Beispiel wurde er 1837 belangen, 1849 sogar zum Tode verurteilt und nur durch Amnestie frei geworden. Ausserdem spielte er auch im öffentlichen Leben eine ausserordentlich aktive Rolle. Er war der Hauptstuhlrichter des Szécsényer Kreises zwischen 1828 und 1836 und wirkte mit seiner vielseitiger Tätigkeit bei der Ausgestal­tung der liberalen politischen Mentalität des Komitats mit. Er nahm an der Gründung des Nógráder Nationalinstitutes und der Strafgefangenenarbeitsans­talt teil. Ausserdem finden wir ihn bei all jenen Bestreben, die die Notwen­digkeit der bürgerlichen Umwälzung im Komitat verkündeten. In den Jahren des Absolutismus war er von der politischen Laufbahn abgezwungen, aber 1861, 1865 kämpfte er wieder mit dem alten Elan und ideentreu gegen die absolutischen Bestrebungen. Die Bewertung seines Lebens kann man mit einem Zitat zusammenfassen: „Was ich tat, tat ich aus der Pflicht zu meiner lieben Heimat und im Inter­esse der vaterländischen Wissenschaftlichkeit". 90

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