Nógrád Megyei Múzeumok Évkönyve 26. (1980)

Tanulmányok - Zólyomi József: Az emberi élet fordulóihoz és a naptári ünnepekhez fűződő szokások a Mailáth-uradalom cselédeinél a két világháború között

JÓZSEF ZÓLYOMI: Die sich an die Wenden des Menschenlebens und an die Kalenderfeste knüp­fenden Gebräuche bei den Dienstboten des Mailáth—Herrschaftsgutes zwisch­en den beiden Weltkriegen In unserem Aufsatz zeigen wir jene Gebräuche der Dienstboten des Mailáth, — Herrschaftsgutes zwichen den beiden Weltkriegen vor, die sich an die Wenden des Menschenlebens, an die Kalenderfeste knüpfen. Von den Gebräuchen des Familienlebens machen wir die Geburt, die Hochzeit und die Beerdigung bekannt. Die Bräuche der Kalenderfeste haben wir um die Winter-, Frühlings- und Sommerfeste gruppiert. In unserer Bearbeitung fixieren wir auch das Gebrauchmaterial des Bauerntums der Dörfer, die zu den Einzelgehöften nahe sind. Die gemeinsame Untersuchung macht die Veranschaulichung möglich, wie das unterschiedliche ökonomisch-gesellschaft­liche Verhältnis (Dienstboten — Hauswirte) und dadurch die verschiedene Lebensweise, Denkweise, die Geschmack- und Gefühlswelt auf die Bräuche des Familienlebens und der Kalenderfeste eine Wirkung ausüben. Die Dienerschaft der Herrschaftsgüter riss sich schon bis die von uns untersuchte Zeit aus der Gemeinschaft der Traditionsträger los. Die eigenar­tige Lebensweise der Dienstboten, die kaum spürliche Kontrolle der engen Gemeinschaft machte es möglich, die Gebräuche nach ihren Ansprüchen auf­zunehmen. Hier hatten sie von den Gebräuchen in der Praxis nur jene angewandt, die sich an die Praktik ihres Lebens anknüpften, von denen sie die Verwirklichung ihrer Träume errwarteten. Das Landgutzerkleinern, das bis zum ersten Weltkrieg zu Ende war, veränderte die Lebensweise, die Denkweise, die Anschauung der Dorfbewoh­ner. Die zusammenhaltende Kraft der aus den Kindern, Eltern und Grossel­tern bestehenden traditionellen Familie lockerte sich auf. Es waren von den Gebräuchen meist nur jene aufbewart, von denen sie irgendeinen Nutzen er­hofften. Das Aufhören der Gebräuche verlief aber viel langsamer als bei den Dienstboten. Die schnellere Änderung im Dorf verlangsamte die tiefere Ehre der Vorfahren, die wirtschaftliche, Abhängigkeit, die grössere Gefühlsge­bundenheit zu den Traditionen. 296

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