Nógrád Megyei Múzeumok Évkönyve 26. (1980)
Tanulmányok - Krunák Emese: Az autonóm rajzról
Das Zeichnen, mit Rüchsicht auf die Art und Weise seines Schaffens, weicht in seinem Eîidresultat von dem Abdruck ab. Das Wesentlichste, in dem sein Zauber liegt, ist sein unmittelbarer Handzeichencharakter: der Künstler zeichnet mit den Zeichengeräten unmittelbar auf das Papier. Seine Gedanken und Vorstellungen kann er so mit der Ausschliessung aller formsprachlichen Elemente genau fixieren. Die Zeichnentechniken fordern eine relative Schnelligkeit, die Zeichenidee kann so in seiner vollkommenen Frische verwirklicht werden. Die fertige Zeichnung ist nicht zu ändern, ihre Einzelheiten sind nicht zum Verschwinden zu bringen — die Deckweisse dient zum etwas Anderen — sie ist eine endliche, nicht wiederholende Bildung. Sie ist ein unmittelbares einziges selbstständiges Werk, mit eigenen von allen anderen bildkünstlerischen Gattungen abweichenden Ausdrucksmöglichkeiten und Ausdrucksmitteln. Seine Anerkennung als selbstständige Gattung und seine Analyse innerhalb seiner Möglichkeiten ist auf diese Weise gerechtfertigt. Das Zeichnen als Mittel ist der Grund aller bildkünstlerischen Gestaltungen. Es ist in Bildern, Statuen, Graphiken genauso anwesend als in den selbstständigen Erscheinungen. Diese funktionelle komplexität der Zeichengattung, die in das Gebiet aller bildkünstlerischen Techniken hinüberführt, macht den schematischen Überblick seiner Verwendungsgebiete und seine Abgrenzung von der selbstständigen Zeichnung notwendig. Auch das autonomische Zeichnen besitzt die für die anderen Gattungen der Bildkunst charakteristischen, das Kunstwerk unterscheidenden ästhetischen Bestimmungen. Primär ist also das Vorhandensein der eigenen, bloss auf Grund des Sehens der gegebenen Zeichnung verständlichen, also selbstständlichen Bedeutung. Das autonomische Zeichnen ist zu einer Abstraktion auf irgendeinem Niveau und in irgendeiner Anschauung der an sich selbst interpretierenden Einzelheit der komplexen Wirklichkeit und zu deren adekvát formsprachlichem Ausdruck fähig. Die Kriterien des selbstständigen Zeichnens sind die eigene Inhaltsbedeutung und die Abfassung der Einheit der adekvát formsprachlichen Elemente mit Zeichnenmitteln. Das Studium analysiert den thematischen Weg der Entwicklung der Zeichnenkunst vom Anfang bis heute, woraus sich erhellt, dass es bis unsere Zeit möglich wurde, alle Gedanken vom Dichterischen bis zur Grotesk durch die Zeichenmöglichkeiten auszudrücken. Bei der Analyse der einzelnen Perioden geht es auch auf die Standpunkte der Theoretiker ein, lässt die gegenüberstehenden Ansichten aneinander stossen. Der Schlussteil des Aufsatzes analysiert die Ausdrucksmöglichkeiten der formsprachlichen Elemente und der Zeichnentechniken auf Grund des Mihályi Nachlasses. Aus der Konzeption der Arbeit entwirft sich die Definition des autonomischen Zeichens, seine Abgrenzung von den gebundenen Zeichnungen, seine historische Entwicklung, seine Ausdrucksmöglichkeiten. Die Fortsetzung des Aufsatzes wird das die Geschichte der ungarischen Zeichenkunst analysierende Essay, das jetzt in Vorbereitung ist. 233