László János (szerk.): Komárom-Esztergom Megyei Múzeumok közleményei 20. (Tata, 2014)
Bartus Ádám et al.: Jelentés a Komárom-Szőny, Vásártéren 2012-ben folyatott régészeti feltárások eredményeiről
JELENTÉS A KOMÁROM-SZŐNY, VÁSÁRTÉREN 2012-BEN FOLYTATOTT RÉGÉSZETI FELTÁRÁSOK EREDMÉNYEIRŐL TCHERNIA1986 Tchernia, A.: Le vin de l’Italie romaine. Essaie d’histoire économique après les amphores. Rome 1986. TEMPELMANN-MACZYNSKA 1985 Tempelmann-Maczynska, M.: Die Perlen der römischen Kaiserzeit und der frühen Phase der Völkerwanderungszeit im mitteleuropäischen Barbaricum. Mainz 1985. VAN LITH-RANDSBORG 1985 van Lith, S. M. E.-Randsborg, K.: Roman Glass in the West: A Social Study. BROB 35 (1985) 413-533-WALKE 1965 Walke, N.: Das römische Donaukastell Straubing Sorviodurum. (Limesforschungen 3.) Berlin 1965. WEBER 1982 Weber, G.: Neue Ausgrabungen am „Apollo-Grannus Heiligtum” in Faimingen. Zwischenbericht. BRGK 62 (1982) 103-186. WILLIAMS 1985 Williams, D.: Petrological examination of amphorae from Colchester Sheepen. In: (Ed. Sealey, R R.) Amphoras from the 1970 excavations at Colchester Sheepen. BAR 142 (1985). ZEEST i960 Zeest, I. B.: Keramicseszkaja tara Boszpora. - Ceramic containers from the Bosporus. Moscow i960. BERICHT ÜBER DIE ERGEBNISSE DER IN BRIGETIO (FO: KOMÁROM-SZŐNY, VÁSÁRTÉR) IM JAHRE 2012 GEFÜHRTEN ARCHÄOLOGISCHEN AUSGRABUNGEN DÁVID BARTUS-LÁSZLÓ BORHY-GABRIELLA DELBÓ-KATA DÉVAl-ZITA KIS-ANNA NAGY-NIKOLETTA SEYEMESE SZÁMADÓ-ISTVÁN VIDA Die 21. Grabungskampagne der in der Zivilstadt von Brigetio (FO: Komárom-Szőny, Vásártér) fand in Zusammenarbeit des Lehrstuhls für Klassische und Provinzialrömische Archäologie der Eötvös Loránd Universität, Budapest und des Klapka György Museums, Komárom im Zeitraum zwischen dem 2. Juli 2012 und 27. Juli 2012 (20 Arbeitstage) unter Teilnahme von Studentinnen, Doktorandlnnen, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Assistentinnen der o. g. Institutionen bzw. der Forschungsgruppe für Interdisziplinäre Archäologie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie Gäste aus dem In- und Auslande (u. a. aus China, Deutschland, Wales) (insgesamt 52 Teilnehmerinnen) statt. Ziel der Grabungen des Jahres 2012 waren die weitere Erforschung der städtischen Struktur und die Feststellung ihrer Bauphasen im Munizipium von Brigetio. Daher haben wir in zwei Bereichen, einerseits im östlichen Sektor des nördlichen Bereiches des Fundortes „Vásártér” (Schnitte L13, L14, L15, L16, M13, M14, M15, M16 mit einer Gesamtfläche von 140 m2), andererseits im südlichen, sog. „wirtschaftlichen Trakt” des Platzes (Schnitte Aig, Big, Cig, Dig, mit einer Gesamtfläche von 72 m2) geöffnet. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen. Im nördlichen Bereich haben wir einen grossen Hof, dessen Gehniveau aus einer hart gestampfter Kieselschicht, das in der letzten Bauphase mit Steinplatten ausgelegt wurde, freigelegt. Die ostwestlich orientierte, 9 m breite Nordmauer des Hofes verfügte über eine 2,45 m breite, beidseitig mit Quadersteinen flankierte Toranlage. Der südliche Teil des sich nach Süden leicht absenkenden Gehniveaus des Hofes wurde durch die Erosion stark beschädigt. Östlich der Ostmauer des Hofes verlief eine schmale Gasse, die durch die Westmauer der nächsten, östlich von diesem Komplex liegenden Gebäude darstellte. Unterhalb des Gehniveaus des Hofes konnten wir die Fortsetzung und den aus einer mit Blattmuster durchbrochenen, jedoch fragmentarischen Steinplatte bestehenden Zusammenfluß der Kanalisation (Breite: 0,28-0,36 m) finden, deren südliche Fortsetzung während der früheren Grabungskampagnen bereits freigelegt wurde. Es kam weiterhin die nordwestliche Ecke eines Objektes (Schnitte L16/M16) ans Tageslicht, das nicht anders als ein Keller definiert werden konnte. Während der Freilegung kamen viele organische Überreste (ein 60 cm langes, 30-40 cm breites Holzbrett, weiterhin Äpfel-, Datteln-, Olivenkerne, teilweise sogar mit mineralisiertem Fruchtfleisch und überraschend gut erhaltenem Stengel) ans Tageslicht. Infolge unserer früheren Beobachtungen (Vorkommen von Metallabfällen, Schmelztiegelfragmenten, halbfertigen Produkten, Hilfsnegativen) konnte man die Anwesenheit metallurgischer Tätigkeit in der Umgebung der mit „K” und „L” markierten Schnitte zumindest behaupten. Deswegen war eine der Zielsetzungen der Grabungskampagne 2012 die bewusste Erforschung dieser Grabungsfläche, um die Metallwerkstatt finden zu können. Im Laufe der diesjährigen Grabungen ist uns nicht nur gelungen, eine vollständig erhaltene Terrakottahilfsnegative für die Herstellung Mercuriusfiguren aus Blei, weiterhin ein die Göttin Fortuna darstellendes Bleivotiv bzw. ein 140 g schweres Rohstoffblock aus Bronze finden zu können, sondern kamen sogar drei Schmelzöfen, in denen verschiedenes Metall - Blei, Bronze und Eisen - sicherlich bearbeitet wurde, ebenfalls ans Tageslicht. Die Schmelzöfen lagen vom Norden nach Süden im östlichen Bereich 69