Komárom - Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 13-14. (Tata 2008)
Prohászka Péter: Új adatok a tokodi későrómai erőd történetéhez
kann die Frage, ob unter Valentinian eine ältere Festung modernisiert oder eine neue Anlage errichtet wurde, nicht endgültig beantwortet werden. Die Festung von Tokod liegt auf einem Hügel, der Höhenunterschied zwischen der Tor- und der hinteren Mauer beträgt 10 Meter, trotzdem wurde auf einen rechteckigen Grundriss Acht gegeben. Eine weitere Eigenheit der Festung ist die Verwendung mehrerer unterschiedlicher Turmtypen. Rechteckige Tortürme sind in valentinianzeitlichen Festungen mit in das Ende des 4. Jahrhunderts datierbaren tropfenförmigen Ecktürmen bisher unbekannt. Das gemeinsame Vorkommen dieser Elemente lässt vermuten, dass die Festung mehrere Umbauten erfuhr. Die unregelmäßige Verteilung der Seitentürme sowie der übergroße hufeisenförmige Turm an der hinteren Mauer deuten darüber hinaus an, dass die spätantike Festung über einem früheren Limeskastell errichtet wurde. Diese Beobachtung lässt sich auch durch die Tatsache untermauern, dass gerade an der Praetoriafront keine Ausrichtungsänderungen vorgenommen worden sind. Das Ende der Nutzungszeit des Kastells wird, ebenso wie die Bauzeit, unterschiedlich beurteilt. Mócsy geht davon aus, dass die Festung nach einem Brand um das letzte Drittel des 4. Jahrhunderts als Refugium für die umliegende Bevölkerung gedient hat. Dieses Erklärungsmodell wird durch neue Kleinfunde widerlegt, die für eine militärische Nutzung auch während des ersten Drittels des 5. Jahrhunderts sprechen und auch eine Nachnutzung während der Hunnenzeit annehmen lassen. Neben Münzen, die chronologisch mit einer Silbermünze Eraviscus" beginnen und mit einer Kleinbronze von Kaiser Arcadius enden, kamen Bruchstücke von römischen Bronzegefäßen, Pferdezaumzeug, Gürtelbeschläge und Fibeln zum Vorschein. Es handelt sich überwiegend um Kleinbronzen. Aus dem ersten Jahrhundert sind lediglich ein Dutzend, aus dem 2. bis 4. Jahrhundert sind ca. 100 Stück überliefert. Eine kerbschnittverzierte, lanzenförmige Riemenzunge aus Bronzeguss und eine ebenfalls gegossene Zikadenfibel gehören zu den interessantesten neuen Funden. Die Ornamentik der Riemenzunge besteht aus geometrischen Motiven, die Mitte wird durch eine sechsarmige Rosette verziert, eine gängige Verzierung auf spätantiken Metallartefakten. Hinsichtlich ihrer Form kann die Riemenzunge mit den punzverzierten lanzenförmigen Riemenzungen in Verbindung gebracht werden, die in die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts datieren. Das Tokoder Exemplar gehörte vermutlich zur Ausstattung eines römischen Offiziers. Der zweite Fund, eine Zikadenfibel aus Bronze, wurde beschädigt geborgen, der Nadelhalter und ein Flügelende fehlten. Der Kopf der Zikade ist im Gegensatz zu anderen spätrömischen Formen nicht mit Augen, sondern mit strahlenförmigen Linienbündeln versehen, die Flügelränder wurden mit eingekerbten Strichen verziert. Die Fibel zeigt aufgrund der Kopfzier und der Flügelausformung weniger Ubereinstimmungen mit spätrömischen Beispielen als mit Exemplaren, etwa aus Tiszavasvári-Jegyzőtag oder aus Kistokaj-Homokbánya und lässt sich daher in die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts datieren. Die Festung von Tokod-Várberek nimmt einen eigenartigen Platz zwischen i . spätrömischen Limesfestungen und Innenbefestigungen ein. Sie wurde an der St eines frühkaiserzeklichen Lagers, seine Grundrisse folgend erbaut Aufgrund de architektonischen Lösungen (Formen der Eck-, Seiten und Türturme) wurde sie nicht