Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 11. (Tata, 2004)
Szabó Klára: Ein spätrömischer Verwahrfund aus Epöl
Ein spätrömischer Verwahrfund aus Epöl Klára Szabó Dieser Fund besteht aus 28 römerzeitlichen Gegenständen, die in einem Schüssel aus Bronzeblech vergraben wurden. Der Fundort liegt in der Nähe von der pannonischen Limesstrecke, aber nicht genau an der Grenze. Epöl heißt die kleine Dorfortschaft, wo der Depot zum Vorschein gekommen ist. Dort befindet sich eine römerzeitliche Siedlung anhand von Streufunden. Den Vergrabungsort lokalisiert man zwischen den 2. und 3. Gebäuden. Dieser Verwahrfund besteht aus 5 bronzenen und 23 eisernen folgenden Objekten: 1 Schüssel aus Bronzeblech, 1 aus Bronze gegossene Strebe, die zu einer früheren Laterne entstand, 1 Bronzeblechuntersatz, 1 Bronzering, 1 Bronzenblechfragment; 2 Ambosse, 1 Beitel, 1 Treibhammer, 1 Dechsel, 1 Schlüssel, 1 Türschloss, 7 Nägel, 3 Kettenglieder, 1 Kettenende, 1 Klamme, 1 Rostfragment, 1 lorbeerförmiger Gegenstand und 1 Eisenblechfragment. Der Gesamtfund besteht aus stark beschädigten und unbenutzbaren Werkzeugen, Geräten und alltäglichen Gegenständen unter Ausnahme von zwei Objekten, die aus einer größeren Amboss und einem Nagel kommen. Ähnliche Zusammenstellung finden wir zwischen den Verwahrfunden, deren Gesamtkatalog über den Königsforster Fund in der Veröffentlichung von W. Gaitzsch ausgewertet wurde. Der gemischte Grundcharakter von solchen Depotreihen und die besondere Bedeutung von diesen Sammelfunden wurden von diesem Autor schon recht ausgezeichnet. Tatsächlich sind solche Sammlungen von Metallobjekten im Laufe des 3Jh. n. Chr. wohl bekannt, aber diese drängen sich noch stärker im Vordergrund während des 4. Jh. n. Chr. aus. Der Zweck von solchen Sammlungen war sicher einfach nur, alle veraltete Gegenständen einschmolzen zu lassen. Wir vermuten, dass dieser mit Blechtechnik hergestellter Schüssel erst in der 2. Hälfte bzw. am Ende des 3. Jh. erzeugt wurde. Die Reparaturen — viermal am Rand, zweimal als Ersatzattache und Henkel — müssen in der 1. Hälfte vom 4. Jh. n. Chr. stattgefunden haben. Dann müssen diese Objekte mal später unbrauchbar geworden sein, wie getrennte Henkel, deformierter Rand, Loch am Boden mit Recht dazu hinweisen könnten. Wie lange blieben sie in einem Zustand aufbewahrt, wissen wir nicht. Eine glatte, unverzierte Strebe von der Laterne ist offensichtlich verloren gegangen und landet auch hier im diesen Depot, wie es auch mit den anderen Laternenteilen geschehen ist, etwa am Ende von 3. Jh. n. Chr. Die Werkzeuge bieten leider keinen Anhaltspunkt für eine präzise Datierung, weil die Formen als zweckmäßig gelten und daher sehr lange Zeit im Gebrauch bleiben können. 81