Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 11. (Tata, 2004)

Lázár Sarolta: Eine spätárpádenzeitliche tonflasche aus dem Gebiet Esztergom–Örmény - Boldizsár Péter: A lovagalakos kályha műhelyének kályhacsepe leletei az esztergomi várban

Eine spatárpádenzeitliche Tonflasche aus dem Gebiet Esztergom-Örmény Sarolta Lázár Die Gebäude des Kindergartens auf dem Grundstück von Imaház Strasse 12, neben der Szent István Kapelle wurde jüngst niedergerissen und so konnten wir im Oktober 2002 auf dem Gebiet eine vorläufige partielle Untersuchung machen. Das Grundstück befindet sich am östlichen Rand der árpádenzeitlichen Siedlung der armenischen Händler. In der Nähe der Fundstelle kann man mit den Überresten der Heiligen Johannes Pfarrkirche von Örmény auch rechnen. Wir wollten mit unserer Untersuchung klären, ob die barokkzeitliche Szent István Kapelle eine mittelalterliche Vorlage hat oder in der Nähe eine frühere Kirche stand. Wir erwarteten auch Funde und Objekte der árpádenzeitlichen oder mittelalterlichen Siedlung (MRT V. Fundstelle 8/7, Abb. 1). Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurden in Esztergom auf dem königlichen Gut ar­menische Händler angesiedelt. Der Tatarenzug versetzte das Dorf Örmény einen schwe­ren Schlag und der Privilegbrief wurde auch vernichtet. König Béla IV. erneute den Brief in 1243 aber die armenische Händler und Handwerker konnten ihren wirtschaftlichen Kraft nicht wieder zurückgewinnen. Der Stadtteil Szent Anna und der hier angesiedel­te augustiner Orden gewann immer grössere Gebiete von der armenischen Gemeinde. Obwohl König Andreas III. gewährte in 1290 für die Einwohner Örmény freien Handel und Zollfreiheit auf dem Esztergomer Markt, trotzdem das Dorf entvölkerte sich auf 1315 und musste von dem Kapitel neu angesiedelt worden. Ihre Kirche kommt erstmals in 1281 im Schenkungsbrief des Königs Ladislau IV. an dem augustiner Orden vor. Die Kirche erscheint später in den Quellen als Pfarrkirche der Stadtteil Szent Anna und ging während der Türkenzeit zugrunde. Aus dem Gebiet sind Dank früheren Ausgrabungen früheisenzeitliche Gefässbruch­stücke, ein keltischer Töpferofen, keltische und römische Funde, árpádenzeitliche Mün­zen, eine Goldschmiedewerkstatt und in die Erde eingetiefte Häuser sowie Teil eines steinernen Kellers aus dem 16. Jahrhundert bekannt. Wir fanden bei der Ausgrabung in 2002 eine kleinere mittelbronzezeitliche Grube, einen Teil eines keltischen Hauses und eine Grube. Unter der Grundmauer der um 1745 errichteten Szent István Kapelle kam kein früherer Wand oder Fundament zum Vor­schein. Am östlichen Ende des zweiten Forschungsgrabens wurden in einer mit einem Topfrand aus dem 13. Jahrhundert datierten Schicht Bruchstücke einer Tonflasche mit Bodenstempel freigelegt. Die aussen rotbraun gebrante und innen graue Flasche ist fein geschlämmt und wurde auf einer schweren Töpferscheibe hergestellt. Auf ihrem Boden ist ein kleiner speicheförmiger Stempel. Die Wanddicke der assimetrischen Flasche ist 117

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