Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 10. (Tata, 2003)
Kisné Cseh Julianna–Prohászka Péter: In Hand endence Haarnadeln aus der Sammlung Ödön Kállay
In Hand endene Haarnadeln aus der Sammlung Ödön Kállay Julianna Kisné Cseh - Péter Prohászka Ödön Kállay (1879-1960) war grösster Sammler der archäologischen Denkmäler von Szőny. Er begann mit der Aufstellung seiner Sammlung nach den ersten Weltkrieg als das Museum von Komárom wegen dem Friedensvertragvon Trianon im tschechoslowakischen Gebiet blieb. Er sammelte die in Szőny gefundenen meistens römerzeitlichen Funde. Der grösste Teil seiner Sammlung gelangte in das Kuny Domokos Museum von Tata, deren Inventar noch in seinem Leben fertigstellen konnte. Wir veröffentlichen in unserer Abhandlung eine spezielle Gruppe der bronzenen und beinernen Haarnadeln, welche in einer Hand enden. In seiner Sammlung befanden sich fünf solche Stücke: 1. Streufund aus dem Gräberfeld Járóka, bronzene Hand hielt einen Kugel. 2. Streufund aus dem Gebiet der Zivilstadt, ein bronzener Unterarm mit geballter Faust. 3. Bronzene Haarnadel aus einer Abfallgrube, in Hand ein Kugel. 4. Die beinerne Haarnadel wurde mit einem Löffel und zwei einfachen Haarnadeln in einem Kindergrab auf dem Grundstück Jenő Petrovics gefunden. Eine Schlange schlingt um die Nadel, in Hand ist eine eierförmige Zierde. 5. Streufund. In einer bronzenen rechten Hand ist ein Kugel. Die in Hand endene Haarnadeln sind von England bis Balkan verbreitet und wurden in den europäischen Provinzen des römischen Reiches ab 1. Jh. bis in der Völkerwanderungszeit getragen. Einige Stücke wurden aus Pannonién auch veröffentlicht. Wir können sie typologisch anhand ihrer Verzierung einordnen. Die Vorbilder von einigen Typen sind die sogennante Sabazios und Iuppiter Dolichenus Votivhände. Das gilt besonders für solche aus Bein gemachte Nadeln, die eine Schlange umschlingt. Dieses Motiv ist bei der Sabazios Votivhände charakteristisch. Die andere Typen stehen vielleicht mit den Iuppiter Dolichenus Votivhände in Verbindung. Manche Forscher nahmen deshalb an, dass die änlich wie die Votivhände kultische Funktion hatten. Ein sehr interresantes Stück wurde in dem völkerwanderungszeitlichen Grab von Untersiebenbrunn gefunden. Am Ende der silbernen Nadel hielt die Hand eine kugelförmige Flasche mit langem Hals. Es ist wahrscheinlich, dass dieser aus dem provinzialrömischen Milieu stammt und später zu ihrer neuen Besitzerin gelangte. Die Nadeln aus der Kállay-Sammlung können in verschiedene Typen eingereiht werden. Wir müssen bei Nr. 1 und besonders bei Nr. 2 aber voraussetzen, dass die eventuell abgebrochene Teile römischer Statuen sind. Nr. 4 gehört zur Gruppe solcher Nadeln, die mit der Sabazios Votivhände als ihre Vorbilder in Verbindung stehen. Nr. 3 und 5 gehören zum gleichen Typ, der aus mehreren Fundstellen bekannt ist und wie der Typ mit der Schlangenverzierung öfter zum Vorschein kam. Die in Hand endene Nadeln waren nach Meinung der Autoren keine kultische Geräte, sondern, wie bei anderen römischen Gegenstände beobachtet wurde, eher Modeartikel und Trachtgegenstände. 83