Kisné Cseh Julianna – Kemecsi Lajos szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Tata, 2000)

Fehér György–Fülöp Éva: Die Geschichte des Fachunterrichtes in Keszthely von 1848 bis 1945

Nach der Gründung im Jahre 1797, nach einem etwa 50 jährigen Wirken unterbrachen die Revolution und der Freiheitskampf 1848/49 sowie die der Niederschlagung folgende Willkürherrschaft die Tätigkeit des Georgikons, obwohl Graf Tasziló Festetics schon 1864 für Studienzwecke dem Institut Felder als Lehrwirtschaft verpachtetet hatte, die echte Wiedergeburt geschah erst im Jahre 1865, in der politisch-gesellschaftlichen Periode vor dem Ausgleich unter dem Namen ,,Obere Landeslehranstalt für Land- und Forstwirtschaft". Diese Schule bedeuted zu dieser Zeit in der ungarischsprachigen landwirtschaftlichen Bildung das höchste Niveau in unserem Land bis zur Organisierung der anderen Institute. Das Institut setzte seine Tätigkeit - seinem ursprünglichem Profil besser entsprechend - vom darauffolgendem Jahr an unter dem Namen „Landwirtschaftliche Landeslehranstalt", dann von 1869 an als „Ungarische Königliche Obere Landwirtschaftslehranstalt" fort. 1865 wurde auch der Meierhof aufgebaut, wo die zeitgemäß erforderlichen wirtschaftlichen Bedürfnisse des Keszthelyer Lehrinstitutes in möglichst hohem Maße in Betracht gezogen wurden. Der organisatorische Rahmen des Institutes blieb bis 1874 praktisch derselbe. Die Schule erhielt ihren Platz in einem 1790 erbauten Gebäude, welches auf dem damaligen und heutigen Hauptplatz des Marktfleckens Keszthely steht, wo die „Landwirtschaftliche Lehranstalt" zwischen 1865­1897 wirkte. Die Formulierung der Studie von György Fehér zitierend, war die Schule zweifelsohne „ein nicht herausreißbarer Teil des Keszthelyer Alltages." Die Zeit bis 1874 kann als eine Epoche des Kampfes für den Neubeginn und für die Erschaffung der gegenständigen und fachlichen Voraussetzungen charakterisiert werden. Im Jahre 1874 erhielt das in der Domäne des ungarländischen Zweiges der Habsburger 1818 gegründete, dem Georgikon in seiner Bestimmung ähnlichen Fachinstitut den Rang einer Akademie, Keszthely, Debrecen /1868/, Kassa und Kolozsmonostor /1869/ wurden landwirtschaftliche Wirtschaftslehrinstitute. Die bis 1874 existierende „Königliche Ungarische Wirtschaftslehranstalt" wurde im Laufe der Reform des ungarischen Agrarfachunterrichtes 1906 ähnlich den anderen zu einer Akademie umgestaltet. Damit trat an die Stelle der landwirtschaftlichen Beamtenausbildung in der Mittelstufe wieder die Ausbildung an einer höheren Lehranstalt. Die wirtschaftliche Ausstrahlung Keszthelys hatte nicht nur auf seine Umgebung, sondern Dank seiner Studenten aufzahlreiche Großgüter des Landes Wirkungen ausgeübt. 405

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