Kisné Cseh Julianna – Kemecsi Lajos szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Tata, 2000)
Merczi Mónika: Römerzeitliche Ringfibeln aus dem Komitat Komárom-Esztergom
Bei der 2. Variante (Nr. 7-8) ist der Ring auch offen, aber ihr Abschluß unterscheidet sich von der vorigen. Höckerförmige Aufsätze ersetzen hier die aufgerollten Enden, was auch die Herstellung einfacher macht. Den Enden schließen sich kürzere oder längere Aufsätze an. Nur von einem einzigen Exemplar kann angenommen werden, daß es zu unserer Variante gehört. Nr. 8 kam mit der Münze der Faustina iun. zum Vorschein, aber es schließt nicht aus, daß diese Fibeln mit den vorigen zur gleichen Zeit verwendet wurden. Die strukturellen Eigentümlichkeiten weisen vielleicht daraufhin, das diese Variante eine Übergangsform zwischen Variante A und B von Jobst darstellt. Vertreter der 3. und 4. Varianten sind geschlosse Ringfibeln. Mit der Verknüpfung der bei der vorigen Variante erwähnten kürzeren und längeren Aufsätze entsteht eine geschlossene Ringform. Die höckerförmigen Aufsätze sind auch bei diesen Varianten zu finden. Der Ring der Fibeln der 3. Variante (Nr. 9-17) ist nur in 2 Fällen verziert, der geschlossene Aufsatz blieb nur bei Nr. 15 unverziert. Diese Variante ist nur bei Böhme und Jobst vorhanden, aber in Pannonién scheint es genauso häufig zu sein, wie die 1. Variante. Ein Halbfabrikat aus Poetovio bezeugt ihre Produktion in Pannonién. Die größere Zahl der geschlossenen Ringfibeln deutet auf eine bestimmte Beliebheit der Variante hin. Tragweise und Datierung ist mit den vorigen identisch. Nach Jobst verbinden nur die höckerförmigen Aufsätze die Vertreter der 4. Variante mit der 3. In der Wirklichkeit ist die Verwandschaft zwischen ihnen viel enger. Man kann 3 Entwicklungsstufen unterscheiden. Das von Kloiber veröffentlichte Stück vertritt die erste Stufe und bestätigt, daß es eine Weiterentwicklung der 3. Variante ist: der geschlossene Aufsatz erweitert sich und umgibt den Ring vollständig. So entsteht eine Fibelform, die aus 2 Ringen besteht. Weitere Zwischenglieder verstärken die Verbindung der Ringe. Die 2. Stufe der Entwicklung zeigen uns die Stücke aus Brigetio. Der äußere Ring ist breiter und mit Durchbruchsornamenten verziert. Parallele zu unserer Fibel Nr. 18. findet man in Lauriacum (Nr. 378). Die Verzierung ist verwandt, doch es gibt wichtige Unterschiede bei der Konstruktion: bei den Exemplaren aus Lauriacum verschwinden die Zwischenglieder, so verschmelzen sich die 2 Ringe, nur ein Durchbruchsmuster sorgt hier fur die Beweglichkeit der Nadel. Dieses Stück veranschaulicht die 3. Entwicklungstufe der Variante. Trotzt dieser Unterschiede ist es anzunehmen, daß das Stück aus Brigetio und Nr. 378 aus Lauriacum in gleicher Werkstatt angefertigt wurden. In Pannonién ist diese Variante außer Brigetio nur aus Poetovio bekannt. 280