Kisné Cseh Julianna – Somorjai József szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Tata, 1997)

Antoni Judit: Ethnoarchäologische Versuche II. (Herstellung von Knochenwerkzeugen)

Ethnoarchäologische Versuche IL Herstellung von Knochenwerkzeugen Judit Antoni Die auf die Herstellung neusteinzeitlicher Knochenwerkzeuge ausgerichtete Versuchsreise wurde parallel zur Herstellung von Steinwerkzeugen, am Fundort Csabdi-Télizöldes zwischen 1986 und 1988 durchgeführt. Die auf die Steinwerkzeuge festgelegten ethnoarchäologischen Methoden wurden befolgt, mit den gleichen Teilnehmen und unter gleichen Bedingungen Unsere Werkzeuge wurden nach dem Vorbild der Knochenwerkzeuge der Lengyel-Kultur angefertigt, sowie aus den ihnen entsprechenden Grund­materialien. Für den Versuch wurden frische, bzw. aus dem nahen Wald stammende ältere Knochen genutzt. Nach eigenen Erfahrungen können wir bei der Erstellung von Knochen­werkzeugen, besonders, wenn wir schon eine gewisse Praxis voraussetzen, davon ausgehen, daß dies keine größeren Probleme bedeutete - vor allem bei kleineren Maßen (bis 10 cm) - daß diese in kurzer Zeit herzustellen sind. Die Kenntnis der Anatomie der Knochen war auch schon in der Neusteinzeit gegeben und diese Kenntnis begrenzte die im Anwendungsfalle möglichen Herstellunstechniken, desweiteren auch, wofür und in welcher Weise diese Werkzeuge genutzt werden konnten. Die Tatsache, daß für eine gewisse Zeit voraussichtlich mehrere Arten von Bearbeitungstechniken und -typen vorkommen werden, ergibt sich aus den persönlichen Eigenarten, dem Können der Erzeuger. Die Knochenwerkzeuge wurden für alle Tätigkeitsformen des Lebens fast ohne jede Einschränkung genutzt. Dem gegenüber, daß sowohl gleich Arbeitsvorgänge, gleiche Methoden, als auch gleiche Materialien genutzt wurden, traten die Mehrzahl dieser Werkzeuge in verschiedenen Verwendungsspähren gleichzeitig auf, welche auch vom kinematischem Gesichtspunkt aus Abweichungen seien mögen. Das Ziel der in Zukunft abzuschließenden Versuche besteht darin, den engen Kreis der verborgenen Eigenschaften der Knochenwerkzeuge aufzubrechen und zu erweitern, in den die bisherigen Forschungen diese aufgrund ihrer angenommen Verwendungsfähigkeit eingeengt haben. 85

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