Kisné Cseh Julianna – Somorjai József szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Tata, 1997)

Antoni Judit: Ethnoarchäologische Versuche I. (Geschliffene Steinwerkzeug in ihrer Herstellung und Nutzung in der Neusteinzeit)

Ethnoarchäologische Versuche I. Geschliffene Steinwerkzeuge in ihrer Herstellung und Nutzung in der Neusteinzeit Judit Antoni Der Artikel - welcher einen Abschnitt der Dissertation der Verfasserin darstellt - ist der erste Teil einer mit den Techniken der neusteinzeitlichen Werkzeuge in Verbindung stehenden Versuchsreihe. Der Versuch wurde zwischen 1985 und 1988 in Csabdi-Télizöldes (Komitat Fejér) auf einer neusteinzeitlichen Fundstätte (Lengyel-Kultur) durchgeführt, wo die Verfasserin seit 1978 Ausgrabungen vornimmt. Das Ziel dieser Versuche besteht darin, die Techniken der Herstellung der Stein-, Knochen- und Geweihwerkzeuge der Lengyel-Kultur bzw. die Methoden der Nutzung dieser Werkzeuge, darüber hinaus als weitreichendes Ziel die Bereitstellung der Werkzeuge für Mikrospurenuntersuchungen. Im Artikel wird die "praktische Anwendung" der ethnoarchäologischen Methoden beschrieben, eine Station dieser Methode bilden die wichtigsten Fundorte der Lengyel-Kultur (Aszód, Csabdi-Télizöldes, Lengyel, Zengővárkony), vorgezeigt durch das geschliffene Werkzeugmaterial. Für die Herstellung der Steinwerkzeuge haben die Verfasserin und die Arbeitsgruppe nur das Grundmaterial von fünf Fundorten ausgewählt, und während des Sammeins wurden nur solche Gesteine ausgesucht, welche identisch mit den Gesteinen der Steinwerkzeuge der Lengyel-Kultur waren. Im Zuge der Versuche stellte sich heraus, daß zur Herstellung der Steinwerkzeuge weder besonders viel Zeit noch Handfertigkeit notwendig war, noch eine besondere Ausrüstung. Was sich als wirklich wichtig für die Erzeugung von Steinklingen erwies, war die Kenntnis der Gesteinsarten, (in erster Linie deren Berarbeitungsfähigkeit) und die Herausbildung der Klingen-"typen", was vom Augenmerk der Nutzung (Gewicht, Form, Klingenschliff, Materialqualität usw.) ausschlaggebende Bedeutung besaß. Die Versuche im Bezug auf Bohrtechniken führten bisher nicht zum erwünschtem Ergebnis. Die mit Hollunder und nassem Sand gebohrten Löcher entsprachen denen der Neusteinzeit in ihrer Größe, aber die aus diesen herausgefallenen Gesteinskerne waren wesentlich kleiner als die aus dem Lengyeler Material bekannten. Die von anderen Verfassern als wahrscheinlich erachtete, aus Geweih oder Knochen erstellten Bohrer gerieten nicht zur Anwendung, da solche Bohrer weder beim heimischen noch beim ausländischen Material gefunden worden. Die Gebrauchsfähigkeit dieser Werkzeuge kann nur der praktische Versuch entscheiden, deshalb ist es unverzichtbar, in Zukunft diese Stücke während der Arbeit auszuprobieren, und während ihrer Tätigkeit zu beobachten, um die auf ihnen entstehenden- Spuren unter dem Mikroskop untersuchen zu können. 70

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