Kisné Cseh Julianna – Somorjai József szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Tata, 1997)
Homola István: Technische Beobachtungen an prähistorischen Steinwerkezugen
Technische Beobachtungen an prähistorischen Steinwerkzeugen István Homola Ich habe die Handspanhobel sowie sonstige Arbeitsgeräte für Arbeitsvorgänge zusammengestellt, die von den Handwerkern der unterschiedlichen Gewerbe in naher Vergangenheit oder noch in unseren Tagen genutzt werden. Zu diesem Zweck habe ich die bei Ausgrabungen - in erster Linie bei Siedlungsgrabungen zum Vorschein gekommenen Formen der Handwerkzeuge untersucht, und nutzte dabei auch die Möglichkeiten, die die Volkskunde bietet. Da in der Umgebung des Menschen über Jahrtausende das Holz eines der bestimmenden Rohmaterialen war, neben vielen anderen (das Holz wurde in erster Linie mit solchen Werkzeugen bearbeitet, die zum Teil oder ganz aus Stein hergestellt waren), deshalb versuchte ich die Formen der bis in unsere Tage benutzten holzbearbeitenden Werkzeuge und die damit verbundenen Gesetzmäßigkeiten mit den urzeitlichen Steinwerkzeugen zu vergleichen. Wenn wir die Grundwahrheit akzeptieren, daß die menschliche Kultur kontinuierlich, die aufeinander folgenden Generationen die technische Entwicklung akkumulieren, auf den weitergegebenen Erfahrungen aufbaut, dann bezieht sich dies auch auf die Produktionstätigkeit, auf das Spanabheben als Grundtätigkeit, als ein bis in unsere Tage andauernden Vorgang. Die bei Ausgrabungen oder als Streufunde zum Vorschein gekommenen Steinwerkzeuge eignen sich besonders zum Vergleich. Dies bezeugt die Illustration Nr. 2, die einen urzeitlichen Stoßhobel und einen auch heute noch benutzten Handhobel zeigt. Einer der Eckpunkte meiner Untersuchung ist die Beziehung des Feuersteins als Werkzeuggrundmaterial des Urmenschen und die Zerspanungsfähigkeit des in der Umgebung des Menschen zu findenden Grundmaterials. Die Druckfestigkeit der Steinwerkzeuge, die Härte des zu bearbeitenden Materials, die Größe der Druckkraft, die Ausbildung des Schneidewinkels des Werkzeuges (Graphikon 1 und 2) zeigen einen derartigen Zusammenhang auf, der eine wirklich vorausschauende geistige Tätigkeit bei der Herstellung des Werkzeuges voraussetzt. (Planung). Auf dem Graphikon ist die gemessene Ausbildung des Schneidewinkels bei 250 Steinwerkzeugen mit den Härtewerten des angenommenen zu bearbeitenden Rohmaterials ausgewiesen. Das Obsidian und die Feuersteinarten je extra. Dies aus dem Material der Ausgrabungen László Vértes' in dem Jagdlager Bodrogkeresztür-Henye aus dem Jahre 1963 sowie aus dem Grabungsmaterial Viola Dobosis aus dem Jahre 1982 (nicht das gesamte Material). Die Untersuchung der Gesetzmäßigkeit zwischen der Härte des zu bearbeitenden Rohmaterials und der Arbeitsschneide des vom Stein 42