Kisné Cseh Julianna – Somorjai József szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Tata, 1997)
Maróti Éva: Römerzeitliche, gestempelte Gefässbruchstücke aus dem Komitat Komárom-Esztergom I.
Ursprung ist ebenfalls bei der Terra Sigillata zu suchen: unter den u-förmigen Girlanden befinden sich auch senkrecht nach unten hängende Verzierungen. Die Eieraugenornamente (Motiv 37-49) stammen auch von den Sigillaten manchmal ist auf den gestempelten Gefäßen auch der für Eierreihenornamente der Terra Sigillata benutzte Kerbstift zu erkennen (Motiv 46^). Bei den gestempelten Gefäßen liegen die Eieraugenornamente nicht in einer Reihe, sondern werden innerhalb der u-förmige Girlanden genutzt. Die Rosetten (Motiv 50-63) gehören zu den älteren Verzierungselementen, in einigen Fällen sind auch hier die Nachahmungen der Terra Sigillata genau nachzuweisen (Motiv 56). Bei dem gleichen Motiv können wir sehen, daß der gleiche Stempelabdruck auf der äußeren (Brigetio, Nitra-Branc) und der inneren Seite (Tokod, siehe Kat. 15-, 68.) der Schüsseln auftaucht. Die Motive sind zum großen Teil Blattornamente (Motiv 64-126), die zum Teil ebenfalls nach dem Vorbild der Terra Sigillata geformt wurden, andere sind nur für gestempelte Gefäße typisch. Pflanzliche Motive sind noch 127-128, und auf 139 - dieses können stilisierte Blätter oder vielleicht Früchte sein. Ein stilisiertes Blatt oder "Bäumchen" ist auch die Nr. 138 - ein punziertes Motiv der Produkte von Resatus. Es ist interessant, daß es außer diesen beiden Stücken mit Resatus-Blättern, die auf dem Handelswege hierher kamen, keine weiteren Bruchstücke mit auf andere Meister hinweisende Meisterzeichen oder Namensstempel im Fundmaterial des Gebietes gibt. Neben den in ihrer überwiegenden Mehrheit Pflanzenmotiven, kommen auch Tiermotive vor, z.B. der Hund (Motiv 130), Hasen (Motiv 131-133), auch Vögel (134-137). Einige Motive sind, da sie zu stilisiert oder zu bruchstückhaft (152157) erhalten sind, sind nicht zu bestimmen. Von den in diesem Artikel besprochenen Motiven kann man im allgemeinen sagen, daß die gestempelten Gefäße der ostpannonischen Gruppe charakteristisch sind - deren Analogien finden wir in Aquincum und Gorsium. Die andere Gruppe gehört wahrscheinlich zum Motivschatz der angenommenen Werkstatt(en) von Brigetio. Wahrscheinlich sind dies die Motive 56, 75-77, 8186, 89, 90-95 und 137, diese kommen vor allem auf Bruchstücken der Fundorte von Tokod, Brigetio und Nitra-Branc" II vor. Aus dem Material der hier publizierten Fundstätten werden im allgemeinen 1-2 Stücke behandelt, aus der auf der Esztergomer Burg 10 Stück (aus allen Esztergomer Fundstätten kamen 16 Stück zum Vorschein). Sowohl von der Zahl als auch von den Motiven her ist Tokod hervorzuheben, im Elisabeth-Stollen 83 Bruchstücke. Leider kamen der größte Teil nicht bei archäologischen Grabungen, sondern im Laufe der Bergarbeiten ans Tageslicht, so verfügen wir hier leider über keine Schichtkundeinformationen, und das Material ist nur als Streufund zu bewerten. Über den größten Teil der Brigetioer Stücke, daß Material der ehemaligen Källay-Sammlung sowie des Ungarischen Nationalmuseums verfügen wir ebenfalls leider nicht über Fundort - und Schichtkundedaten. Das neuere, unter archäologischer Aufsicht von Julianna Cseh, Sándor Petényi und László Borhy ausgegrabene Material wird sicher eine große Hilfe zur Bewertung des älteren Materials bieten. 327