Fűrészné Molnár Anikó szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 3. (Tata, 1989)
Néprajz - Tisovszki Zsuzsanna: Népi orvoslás, növényismeret Esztergom-Szentgyörgymezőn
Nádler Józsefné (Erős Julianna) sz. 1906-ban (N. J.-né) Sánta Ferenc sz. 1920-ban (S. F.) Szrogony Józsefné (Üveges Borbála) sz. 1902-ben (Sz. J.-né) - szentgyörgymezei lakosok, és valamennyien római katolikus vallásúak; Wieszt lamásné (Janositz Katalin) sz. 1921-ben, római katolikus - Csolnok (német nemzetiségű község) Volksheilkunde, Pflanzenkenntnisse in Esztergom-Szentgyörgymező Zsuzsanna Tisovszki Dies ist eine Studie über die Untersuchung der Pflanzenkunde und der Heilbräuche in der die Traditionen bewahrenden geschlossenen Ortschaft Esztergom-Szentgyörgymező. Zum Kreis der Volksheilkunde gehören die Ursachen der Krankheiten, ihre Symptome und anknüpfend an die bekannten Heilmethoden auch irrationale Heilungen. Das Volk unterscheidet aufgrund der Naturkenntnisse, Pflanzenkenntnisse und seiner Erfahrungen nicht zwischen rationaler Heilung und irrationaler Tätigkeit, wobei die Ursache des letzteren in der Glaubenswelt des Volkes, in seiner Religiosität zu suchen ist. Die Verwendung der Heilpflanzen breitet sich seit dem 18. Jahrhundert im Kreise des Volkes aus. Das „Kräuterweib", welches Heilkräuter sammelte und auf dem Markt verkaufte, ist auch in Esztergom-Szentgyörgymező noch in guter Erinnerung. Bis auf den heutigen Tag werden in unserer untersuchten Ortschaft viele Heilkräuter gesammelt und fachgerecht gelagert. Der Gebrauch der Kamille ist am populärsten, mit ihr behandelte man unzählige Beschwerden. Für ein Gegenmittel zum Husten hielt man die Klette, den Sud von Akazien - und Holunderblüten sowie den aus den Blütenblättern des Klatschmohns gewonnenen Tee. Bei aussergewöhnlichen Schmerzen, zur Linderung von Beschwerden benutzte man die Blüten des Wfclnussbaumes, - schale, - hülle, - blätter, Zwiebel und Knoblauch, Sud der Brennessel, Klette, Holunder, beholder, Schwarzer Rettich, Zukkerrübe, Mohrrübe. Zur Behandlung von Wunden, Quetschungen den Sud der Kamille, Schimmel (vom Eingemachten), Wegerich, rohe Tomaten, am häufigsten verabreichte man rohe Eier - und menschlichen Harn. Als Volkskosmetik, als Haarfärbemittel benutzte man Pflanzen aus der Reihe der schon genannten (z.B. den Sud aus Kamille- oder Walnussblättern). An die Viehhaltung knüpfen sich viele Bräuche, auch in Esztergom-Szentgyörgymező. Magenverstimmung, Blähungen, Koliken waren die häufigsten Tierkrankheiten, welche man mit dem Sud einer Reihe von Heilpflanzen oder „operativen" Eingriffen versuchte zu heilen. Die zur Tierheilung benutzten Mittel (Pflanzen, Lebensmittel usw.) sind in ihrer Mehrheit die Gleichen, mit denen man auch die menschlichen Krankheiten behandelte. Die irrationale Heilmethode, Verwünschungen, die Abwehr von Verwünschungen nahm mindestens einen solchen wichtigen Platz bei der Behandlung ein, wie die mit Pflanzen, die zum Kreise der Heiltätigkeit benützten natürlichen Materialien - ja, 50