Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

Philipp Zöch, egy elfelejtett esztergomi órás a XVIII. században

PHILIPP ZÖCH, EIN VERGESSENER GRANER UHRMACHER IM XVIII. JAHRHUNDERT In der kunstgewerblichen Geschichte Gran's (Esztergom) kann man zwei grosse Kapitel unterscheiden. Das erste — die Epoche der Ärpaden­könige und der grossen Renaissance-Kirchenfürsten — schliefst sich mit der Türkenzeit. In die zerstörte und verarmte Stadt kehrt nur langsam das Leben zu­rück. Das einst so blühende Hangewerbe ist verschwunden. In der Stadt, wo am Anfang des XVI. Jahrhundertes noch 16 Goldschmiede lebten, war im Jahre 1720 nur noch einer. Um die Mitte des XVIII. Jahrhundertes beginnt aber eine stür­mische Entwicklung. Die Zahl der Einwohner wird in 100 Jahren ver­-/ehnfacht, die der Gewerbetreibenden steigt von 3 auf 152. Dies sind die Zeit und die Verhältnisse, wenn — zwischen 1773— 1780 — ein Urmacher, names Philipp Zöch, sich mit seiner Frau und Sohn, auf den Weg macht um nach Gran zu kommen. Woher er kommt, konnte nicht festgestellt worden. Er stirbt in Gran, im Jahre 1800, im Alter von 62 Jahren. Nach seinem Tode nimmt sein Sohn die Werkstatt über. Franz Zöch stirbt im Jahre 1839, im Alter von 70 Jahren ohne Nachfolger. Alle vier — bisher unbekannte und in letzter Zeit wieder aufge­tauchte - Uhren von Philip Zöch gehören zum karakteristischen, im ganz Europa verbreitetem Uhrentyp des XVIII. Jahrhunderts, zu den so­gennannten deutschen Standuhren. Die Uhren sind in naturfarbenen oder schwarzen Holzkasten untergebracht. Die Uhrwerken und ihre Aus­führung sind von sehr guter Qualität. Am ältesten ist eine reich gravierte Uhr aus 1775—1780 (Bild 1.) Das vergoldete Zifferblatt weist noch starken Barock-Einfluss auf. Die Gravierung der Medaillonen sind mit kaltem Email ausgefüllt. Das Werk is ein sogenanntes „Repetierendes Viertelschlagwerk". Ungefähr 10 Jahre später wurde die im Bild 2. dargestellte Uhr verfertigt. Die Gravierung des Zifferblatts ist schon einfacher. Das Vier­telschlag-Repetitionswerk weist gegenüber dem ersten verschiedene Neuerungen und Verbesserungen auf. Im technischen und künstlerischen Sinne ist die am Bild 3. darge­stellte Uhr die reifste. Sie kann auf die letzte Jahren des XVIII. Jh datiert werden. Die Louis XVI. Bronze-Beschläge und die Urnen sind noch immer dieselben, die einfache, tapetenartige Gravierung des Ziffer­blattes zeigt aber schon einen deutlichen Übergang in das Empire. Diese Einfachkeit aber wurde dadurch kompensiert, dass der Zifferring und die Medaillons versilbert wurden. Das vergoldete Grundblatt, der versilberte 373

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