Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.

A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien

BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN allgemeinen noch mit religiösem Inhalt gefüllt, während er schrieb: „Die schwebenden Gestalten rücken in die Unendlichkeit des Raumes ein, wie sie die antike Kunst bis dahin nicht besaß. Und damit erhalten sie auch einen neuen metaphysischen Sinn, sind gänzlich von der Erde, auf der sie einmal gewachsen, entfernt und schweben zeitlos in jener Seligkeit dahin, die zum dionysischen Unsterblichkeitsglauben gehörte. So stehen sie hart an der Grenze, jenseits deren erst nach langen Jahrhunderten Engel schweben und Himmelfahrten sich vollziehen". 52 Bezüglich des Unabhängigwerdens der Nereiden aber hat er eine andere erklärung gegeben: „... diese wunderbare Figur, die in der linearen Komposition malerisch verschwimmend in hellem Inkarnat auf den roten Grund gesetzt ist, weit mehr als blosses dekoratives Requisit an untergeordneter Stelle, sondern wie alles einzelne in dieser Kunst wie eine kleinste Fläche eines geschliffenen Diamanten, in der sein Feuer sich strahlend bricht". 53 Abgesehen von dieser rhetorischen Erhabenheit sollte die Tatsache betont werden, daß nackte weibliche Figuren auf realistischen Tieren und Fabelwesen in den verschieden­sten Kunstgattungen bis zum Ausgang der Antike nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des römischen Reiches mit großer Vorliebe, einfach wegen der Schönheit des weiblichen Körpers dargestellt werden. So gehören diese Figuren z.B. zum Motivschatz der koptischen Textile, die eine ganze Reihe antiker Motive aufweisen. 54 Die Beliebtheit dieses Motives in allen Kunstgattungen in den Provinzen und auch auch weit außerhalb des Römischen Reiches, bzw. nicht nur in der Antike sondern auch darüber hinaus kann am besten mit den Worten des Kunsthistorikers K. Clark illustriert werden: „The history of Nereids shows how certain shapes will satisfy us and survive long after their icono­graphical meaning has been forgotten. Whatever may have been in the mind of the artist who first invented them, on sarcophagi they were accepted as symbolising the passage of the soul to another world; but on Coptic needlework or the ivory caskets of Alexandria the Nereid is pure­ly ornamental. She is simply a form with agreeable associations, in which the stresses are resolved and enclosed, so that it can be included at any convenient point; yet has a cursive out­line, which leads the eye on easily to the next unit of decoration. For this reason the Nereid achieved, in the late Roman Empire, a wider diffusion than has been the lot of any motive based on the nude. Pieces of silver, embossed or engraved with these compact, desirable shapes, were sent to the barbarian perimeter of the antique world, and Nereids have been found in the most improbable places, in Northumberland and Baku, in Ireland and Arabia". 5> Dieser Reihe gehört das hier behandelte Wandgemälde, dessen Zentralmotiv an den nordöstlichen Grenzen des Imperium Romanum diejenige Komposition darstellt, die bere­its im Moment der Geburt der römischen Kunst anwesend ist und über die Antike nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich hinüberstreckt. 52 Curtius a.O. (Anm. 24) 414. 53 Ebenda 408. 54 Borda a.O. (Anm. 9) 375f.: "In questa produzione tessile, tardo-romana e poi copta (Antinoe), prédom­inance i motivi dei putti vendemmiatori, del thiasos bacchico, di danzatrici, nereidi, piú raramente scene mitiche (Orfeo), oltre a maschera, uccelli, motivi vegetali. Bezüglich eines koptischen Textils im Berliner Antiquarium aus dem 4- Jh n.Chr. (ebenda): "Nella produzione postconstantiana persistono motivi pagani. Ancora alia fine del IV secolo sono riferibili l'elegante stoffa «delle Nereidi» (da Sion, Berlino) nella quale, malgrado l'aderenza alla tradizione, la durezza e stilizzazione delle figure rivelano il linguaggio formale tardo­antico." 55 K. Clark, The Nude. Oxford 1969, 284. 89

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