Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.

A konferencia előadói és résztvevői - 1. Római falfestészet a nyugati provinciákban: Gallia, Germania, Nyugat-Pannonia - GUDRUN VETTERS (WIEN): DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIES

DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIENS Brunn am Gebirge In Grab Nr. 18 aus dem 4- Jh. fand sich ein bemalter Grabstein aus der 2. Hälfte des 1. oder frühen 2. Jh. in sekundärer Verwendung verbaut (Abb. 9). 38 Die rechteckige Platte aus gelbem, grobkörnigem Kalksandstein (L. 1,95 m, B. 0,68 m, D. 0,20 m) weist auf der Vorderseite sowie der rechten Seitenfläche eine ca. 5-6 cm starke Putzschicht mit Malerei auf. Vor einem ocker- bzw. elfenbeinfarbigen Hintergrund ist eine frontal dem Betrachter zugewendete Frauengestalt in einheimischer Tracht dargestellt. Die Darstellung scheint ein Schreiten nach rechts wiedergeben zu wollen. An der rechten Seite ist im oberen Teil ein roter Streifen als Begrenzung der elfenbeinfarbenen Fläche angegeben. Möglicherweise soll durch den unterschiedlichen Hintergrund ein Durchblick angedeutet werden. Das mit einer ockerfarbenen Linie konturierte, helle ovale Gesicht der Frau wird von hell belasse­nen, über den Ohren gebauschten Haaren umrahmt, auf denen eine orangerote turbanar­tige Kopfbedeckung sitzt. Das Gewand entspricht weitgehend der aus den Grabreliefs bekannten norisch-pannonischen Frauentracht, bestehend aus einem langärmligen Untergewand, einem an der Schulter von Fibeln zusammengehaltenen Obergewand und einem Umhang. Hinsichtlich der einzelnen Gewandteile läßt sich hier nicht völlige Klarheit gewinnen. Eine hell-ockerfarbene Kontur gibt den Halsausschnitt des Untergewandes an. Auf der darunter weiß erscheinenden Fläche sind graugrüne Farbspuren zu erkennen, desgleichen auf den jetzt weißen Armen. Der unter dem Obergewand hervorschauende, knapp oberhalb der Knöchel endende Teil des gefältelten Untergewandes ist orangerot, so daß ein zweiteiliges Untergewand, bestehend aus einem roten Rock und einem grünen langärmligen Leibchen angenommen werden muß. Die beiden in hellblauer Farbe angegebenen Flügelfibeln hielten wohl das kürzere, gleichfalls orangerote Obergewand. Allerdings wird hier der obere Teil des Gewandes vom Schulterumhang verdeckt, so daß die Tragweise der Fibeln und der oberen Gewandteile unklar bleibt. Möglicherweise deuten die beiden in kräftiger roter Farbe aufgesetzten, leicht geschwungenen Linien unterhalb des Halsausschnittes den breiten, knapp unter der Brust getragenen Gürtel an. Auf der linken Seite des Halses sind Reste eines in blauer Farbe angegebenen Halsringes zu erkennen. Um die Schultern ist ein schmaler Umhang gelegt, der wie kurze Ärmel die halben Oberarme bedeckt. Die rechte Hand, die ursprünglich in weißer Farbe aufgesetzt war, könnte, den weißen Farbspuren auf der Brust nach zu schließen, eine Blüte gehalten haben. Auf beiden Füßen sind Spuren von grau­grüner Farbe zu erkennen, die auf Schuhwerk, möglicherweise Filzsocken, schließen lassen. Die Darstellung dürfte die rechte Seite einer Adikula gebildet haben. Möglicherweise war auf der anderen Seite der Grabinhaber dargestellt. Die Malerei kann auf Grund von Vergleichen mit zeitgleichen Grabreliefs in die 2. Hälfte des 1. oder den Beginn des 2. Jh. datiert werden. ,8 Ch. Farka, Ein spätrömisches Gräberfeld aus Brunn am Gebirge, FbÖ, 1976, 56 ff, Abb. 2.3; Vindobona, die Römer im Wiener Raum, Katalog zur Ausstellung 1978 (1978) 206 f. 68 ACTA-ARCHAELOCÍCA-BRIGETK

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