Szabó István: Fejezetek az észt kultúra történetéből – A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok közleményei 53. (1995)
Gemeinschaft stark beeinflussen. Ihre Rolle sieht ähnlich aus, wie ein Priester oder Lehrer in einer Dorfgemeinschaft zu einem bestimmenden, die Bräuche beeinflussenden Faktor werden kann. Beinahe bis in die heutigen Tage könnte man aufzählen, auf welchem Kulturgebiet wer die Persönlichkeiten sind, die mit Kontinuität und mit sehr starkem Einfluß die estnische Nationalkultur formten und bewachteten. Sie sammelten und bewahrten die geistlichen und gegenständlichen Traditionen der Bauernkultur, sie erhoben die Methoden der Forschung auf ein europäische Niveau. Die erste Generation der Intelligenz wurde für die Ideale suchende nächste Generation zu dem Beispiel, das die fehlenden historischen Helden ersetzte. Das Werk von F. R. Kreutzwald und F. R. Faehlmann ist für die jüngere Generation eine Mythen habende Berufungsmöglichkeit. Zu ebensolchem Mythos wird die zweite Generation für die nächste, die sich auf die Arbeit jener stützt. So wird die zusammenbindende innere kette immer stärker, die ihre Wurzeln in der Volkskultur hat, und deren Kohäsion durch die traditionelle Forschung der Volkskultur versichert ist. Ich halte es für ein Ergebnis, daß dieser Prozeß, der für die ungarische Forschung und Öffentlichkeit unbekannt ist, konkret und durch die Aushebung der wichtigen Gebiete und Punkte zu einer lesbaren und brauchbaren Arbeit wurde. Die Hinsichten dieser Studie sind solche, die nicht einmal von den estnischen Historikern so durchgedacht wurden, deshalb kann meine Arbeit auch für sie, die die Fakten völlig und genau kennen, etwas Neues — in der Anschauung — bringen. Der Aufbau der Studie wurde selbst von den Faktoren, die den historischen Prozeß bestimmen, ausgebildet. Im ersten Teil lege ich nach einer umgreifenderen historischen Begründung die Rolle der estnischen Intelligenz im Prozeß dar, wie das estnische Volk zu einer Nation wurde. Da die Schaffung der estnischen Sprache, Literatur und Kunst seit der Zeitperiode des Erweckens des Nationalbewußtseins im 19. Jahrhundert mit den Namen von drei Generationen verbunden ist, sollen diese Generationen vorgestellt werden. Da all das sich auf die bäuerliche Kultur der früheren Jahrhunderte gründet, historisch wird die Darstellung der bäuerlichen Gesellschaft betont, die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft — vor allem im 20. Jahrhundert — wird im Verhältnis ihrer Tätigkeit weniger ausführlich behandelt. Wie gesagt, spielten auch die Persönlichkeiten in der Auslösung und Lenkung dieses Prozesses eine bedeutende Rolle. Das wirft auch die Frage der Beziehung zwischen der Gemeinschaft und dem Individuum auf, und zwar nicht einfach auf der Ebene der dörflichen Gemeinschaft. Die einfache Gemeinschaft ist hier ein ganzes Volk, eine ganze Nation, und es ist zweifellos, daß die Persönlichkeit hier zu einer historischen Persönlichkeit wird. Das Verhältnis ist aber dasselbe, und auch die Kultur hat ähnlicherweise eine volkstümliche, gemeinschaftliche Struktur. Aus der gemeinschaftlichen Struktur folgt eine bestimmte organische Struktur (Tönnies, F.), und das, daß die bürgerlichen Zivilvereine und -institute, die die organische Struktur der Gesellschaft bilden, auch die Kennzeichnen der 212