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Régészettudomány - Nevizánszky Gábor - Prohászka Péter: Észrevételek a Naszvad-jánoskaparti temető 142. kora újkori sírjához
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Einige wenige Gräber enthielten religiöse Beigaben, wie Rosenkränze, religiöse Medaillen und Breverl. Manche waren mit Totenkronen und Gürteln ausgestattet, ein Brauch, der vor allem Kindergräber betraf. Ein halbes Dutzend Frauengräber aus dem 17. Jahrhundert war reich ausgestattet. Sie hatten Haarnadeln, Kleidungsschnallen, Schmuckstücke und religiöse Objekte als Beigaben. Die im Kirchengräberfeid von Jánoskapart beobachteten Bestattungen folgen größtenteils dem in Mittelalter und früher Neuzeit allgegenwärtigen Muster, wonach die Verstorbenen auf ihrem Rücken, in gestreckter Lage mit dem Gesicht nach Osten bestattet wurden. Obwohl in wenigen Fällen auch abweichende Orientierungen sowie verschiedene Arm-, bzw. Beinhaltungen Vorkommen, spiegeln die Bestattungen des Kirchenfriedhofes ein mehr oder minder einheitliches Weltbild wider. Es gibt nur eine einzige Ausnahme. Grab 142 kam im südwestlichen Teil, am Rande des Friedhofes, ans Tageslicht. Zum Glück hat Szőke über die Lage der Knochen eine Skizze gemacht. Das Grab wurde in einer Tiefe von kaum 40 cm gefunden, das Skelett war gestört, der Schädel fehlte. Der Körper befand sich in Bauchlage, die Arme waren mit den Ellbogen nach außen abgewinkelt. Die abweichende Lage des Skelettes in Grab 142 spricht dafür, dass der Tote ins Grab bzw. in die Grube geworfen wurde. Dafür könnte es verschiedene Gründe geben. Bestattungen, bei welchen die Skelette auf dem Bauch lagen, sind in Mitteleuropa selten. Die Forschung versuchte, diese Art der Bestattung auf mehrere Weisen zu erklären, als wichtigster Grund wird jedoch angenommen, die Wiederkehr der Bestatteten zu verhindern. Solche Bestattungen kommen vom Frühmittelalter bis zur Frühen Neuzeit vor, in Kirchenfriedhöfen sind sie jedoch ziemlich selten. Unter den Erklärungen spielte die Ansicht, dass die so Bestatteten Strigae, Hexen oder Vampire seien, eine wichtige Rolle, was aber erfolgreich hinterfragt wurde. Eine andere Erklärung war, dass auf diese Weise Selbstmörder, Hingerichtete, bzw. Schuldige ihre letzte Ruhe fanden. Höchstwahrscheinlich wurde diese Art der Grablegung bei jenen angewendet, die durch den „schlechten Tod”, also unvorbereitet (ohne letzte Ölung oder Beichte) oder durch Gewalt, starben. Ähnlich liegende Skelette gab es im Massengrab von Földvár Sátorhely, in dem die in der Schlacht von Mohács (1526) gefallenen Soldaten ihre letzte Ruhe fanden. Dort befand sich in Grab 7 ebenfalls ein Skelett in Bauchlage, jedoch in verkehrter Orientierung. Neben Massengräbern erscheinen Skelette in Bauchlage auch in Kirchenfriedhöfen, wie zum Beispiel im Kirchenfriedhof von Edelény-Cseb. Im nordöstlich vom Chor der Kirche freigelegten Grab 12 lag das Skelett ebenfalls auf dem Bauch, seine Glieder waren ausgerenkt, als ob es ins Grab geworfen worden wäre. An den Knochen waren aber 90