Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum. A Jász-Nagykun-Szolnok megyei Múzeumok évkönyve 26. (Szolnok, 2018)
Régészeti tanulmányok - Prohászka Péter: V. századi sírok Sommereinból (Niederösterreich, Ausztria)
TISICUM XXVI. STRAUB Péter 2007 Adalékok a Balaton környéki 5. századi temetők Felső-Duna vidéki kapcsolatához - Angaben zu den Beziehungen zwischen den Nekropolen des 5. Jahrhunderts in der Balaton- Region und im oberen Donaugebiet. Zalai Múzeum 17.189- 207 TEJRAL, Jaroslav 2008. Ein Abriss der frühmerowingerzeitlichen Entwicklung im mittleren Donauraum bis zum Anfang des 6. Jahrhunderts. In: J. BEMMANN - M. SCHMAUDER (Hrsg.), Kulturwandel in Mitteleuropa: Langobarden - Awaren - Slawen. Akten der Internationalen Tagung in Bonn vom 25. bis 28. Februar 2008. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 11. Bonn. 249-284. WERNER, Joachim 1981. Zu einer elbgermanischen Fibel des 5. Jahrhunderts aus Gaukönigshofen, Ldkr. Würzburg. Ein Beitrag zu den Fibeln vom „Typ Wiesbaden" und zur Punzornamentik. In: Bayerische Vorgeschichtsblätter 46. München. 225-254. WÜHRER, Barbara 2000. Merowingerzeitlicher Armschmuck aus Metall. Europe médiévale 2. Montagnac. Prohászka Péter Frühvölkerwanderungszeitliche Gräber aus Sommerein Die bei der Vorbereitung des im Jahre 1876 in Budapest veranstalteten VIII. Vorgeschichtlichen und Anthropologischen Kongresses entstandene Korrespondenz ist eine wichtige und bisher nicht ausgewertete Quelle der mitteleuropäischen Archäologie. Nach Budapest an Flöris Römer gesandte Briefe bzw. Berichte beinhalten wichtige Angaben über Funde und Fundstellen. Zu diesen gehören die Briefe von Pál Kisfalvi, Pfarrer des Ortes Császárkőbánya (heute: Kaisersteinbruch/Ö), in denen er neben römischen Steindenkmälern auch über die Entdeckung prähistorischer Gräbern in der Gemarkung von Sommerein berichtete. Er verfasste sogar einen Artikel über die Bestattungen bzw. die dort gesammelten Funde für die Tageszeitung Jelenkor. Obwohl die Funde ins Ungarischen Nationalmuseum gelangten, wurden sie jedoch ohne Anmerkung der Fundstelle bzw. -umstände inventarisiert. Nach den Berichten von Kisfalvi waren die Objekte als Beigaben von Gräbern aufgelesen worden. In Grab I wurde nur ein Schweineunterkiefer beobachtet. In Grab II befanden sich neben zwei silbernen Fibeln Anhänger aus Münzen bzw. Steinen und eine gelochte Muschel. Aus Grab III stammt ein silberner Armring und in Grab IV. befanden sich Kupfermünzen, die jedoch nicht ins Museum gelangten. Die Orientierung der Gräber war nord-südlich bzw. nordöstlich-südwestlich. Die vier Bestattungen waren eine Grabgruppe oder gehörten zu einem kleinen Gräberfeld. Obwohl aus Sommerein zahlreiche archäologische Funde und Fundstellen bekannt sind, waren die Funde für die Forschung bisher unbekannt. Gräber aus dem 5. Jahrhundert kamen auch im Dorfgebiet im Groisbachgraben ans Tageslicht. Die 1875 gesammelten Funde unterscheiden sich vom üblichen Fundmaterial in Österreich und im Karpatenbecken. Eine Fibel mit rautenförmiger Fussplatte gehört in die Gruppe Fibel Typ Wiesbaden. Die kleine Silberfibel ist ein Einzelstück und bisher ist nur ein ähnliches Stück bekannt, welches in Köln-Heumarkt als Streufund aufgelesen wurde. Die Münz- und Steinanhänger haben ebenfalls kaum Paralellen im Fundmaterial des Mitteldonaugebietes, jedoch wurden solche Anhänger im reichen Frauengräbern im alemannischen Gebiet beobachtet. Ebenfalls dort treten die silbernen Armringe mit gerippten Enden auf, wurden aber immer einzeln auf dem linken Handgelenk getragen. Solche Armringe sind eher paarweise getragen aus den Frauengräbern im Mitteleuropa bekannt. Anhand der Fundanalyse können wir jene Möglichkeit betonen, dass die Schmuckstücke nicht als Handelsobjekte hierher gelangten, sondern zu jener Tracht gehörten, die für die alemannischen Gebieten im Deutschland charakteristisch war. In Hinsicht auf die Bestattungen von Sommerein kann man zu Recht jene Möglichkeit betonen, dass die hier bestatteten Personen entweder Alemannen waren, oder mindestens enge Kontakte mit diesen pflegten. Für die Analyse der Kontakte zwischen dem Karpatenbecken und Alemannien braucht die Forschung jedoch noch weitere bei archäologischen Ausgrabungen freilegte Gräber bzw.Gräberfelder. Zumindest trägt die Erforschung der Quellen bzw. Identifizierung der Funde von Sommerein mit neuen Angaben zu diesen Analysen bei. Übersetzt von dem Autor