Csányi Marietta et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 25. (Szolnok, 2016)

Régészeti tanulmányok - P. Fischl Klára–Hajdu Tamás: Mezőnagymihály–Nagyecsér-Észak lelőhely bronzkori temetkezései

TISICUM XXV. - RÉGÉSZET SZABÓ Gábor 2002. Tanulmányok az Alföld késő bronzkori történetéhez. A proto Gáva-periódus és a Gáva-kultúra időszakának emlékei a Ti- sza-vidéken. ELTE BTK PhD disszertáció. SZABÓ János Győző 1963. Maklár-Koszpérium. In: Régészeti Füzetek. Ser. 1.16.23. TÓTH Gábor 2013. Bronzkori halomsír embertani anyaga Jánosházáról. In: Vasi Szemle 67 (4). 471-474. TROGMAYER Ottó 1975. Das bronzezeitliche Gräberfeld bei Tápé. Fontes Archaeologici Hungáriáé. Budapest. UBELAKER, Douglas H. 2009. The forensic evaluation of burned skeletal remains: A synthesis. In: Forensic Science International 183.1-5. VLCEK, E. 1958. Majda-Hraskova jaskyna a jej kultová funkcia v dobe halstatskej. - Die Majda-Hrasko-Höhle und ihre Funktion in der Hallstattzeit. In: Slovenská Archeológia 6.356-360. K. ZOFFMANN Zsuzsanna 2008. A dunántúli halomsíros kultúra embertani leletei Lébény- Kaszásdomb lelőhelyről. In: Folia Anthropologica 7.4M5. 2013. Bronzkori embertani leletek Kárpát-medence keleti térségé­ből. (Adatközlés). In: A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve. Debrecen. 29-39. Klára P. Fischl - Tamás Hajdú Bronzezeitliche Gräber aus Mezőnagymihály-Nagyecsér-Nord Bei einer Trassenverlegung nördlich von dem verlassenen Dorf Nagye- csér (heute gehört es zu Mezőnagymihály) in Nordostungarn wurden neben Gräbern aus anderen Perioden auch mehrere bronzezeitliche entdeckt (Abb. 1-2). Die Gräber gehören zu zwei Phasen: in die Hügel­gräberzeit und in die RBrD-HaA Periode. In die ältere Epoche sind vier Bestattungen und zwei Kreisgräben einzuordnen. Innerhalb des Kreisgrabens S41 (Dm. 530 cm, Abb. 3/1) sind zwei W-0 orientierte Bestattungen S58 und S91 freigelegt. Die Grube S91, die sich südlich von S58 befindet, war leer (Abb. 4/8). Der Grund dafür ist unbekannt: Es könnte infolge landwirtschaftlicher Aktivität oder durch eine bronzezeitliche Störung erfolgt sein, oder es war ein symbolisches Grab. Die Grube S58 lag in der Mitte des Kreisgrabens (Abb. 3/1). Ori­entierung: W-O, männlich, 20-25 Jahre alt. Das Grab ist gestört, der Kopf fehlt und in der „Raubgrube“ über der ursprünglichen Lage des Kopfes wurde ein stark erodiertes, bronzenes Griffzungenmesser ge­funden (Abb. 3/3-4,7/1). Beigaben: Abb. 6/1-6. In der Mitte des zweiten Kreisgrabens S87 (Dm. 255 cm, Abb. 3/5- 6) sind das gestörte Grab und Skelettreste S88 gefunden (Abb. 3/6). Orientierung NO-SW, 1,5-2,5 Jahre altes Kind. Zwischen den beiden Kreisgräben befindet sich ein weiteres NO-SW orientiertes und eben­falls gestörtes Grab (S50, Abb. 3/2) mit Skelettresten eines 1-1,5 Jahre alten Kindes mit einer Tasse (Abb. 7/2). Im Kreisgraben S87 ist eine Flä­che mit verbranntem Hüttenlehm und Scherben - vielleicht eine Feuer­stelle, wie in Dolny Peter (Dusek 1969,51,54,56,63) - freigelegt (S89, Abb. 3/6,4/7). Die Kreisgräben sind geschlossen, ohne „Eingang“. Spu­ren von Hügelschüttung sind nicht beobachtet, aber wegen der starken Erosion und landwirtschaftlicher Aktivität war dies auch nicht zu erwar­ten. Drei von vier Gräbern wurden noch in der Urzeit gestört. Aufgrund der Beigaben und des Ritus (Kreisgraben, Skelettbestattungen, „Berau­bung“) können wir die Gräber ans Ende der örtlichen Mittelbronzezeit (nach ungarischer Terminologie) und an den Anfang der Hügelgräberpe­riode, RBrB1-B2, datieren. In und um die Grabhügel sind in der späteren Bronzezeit sieben Urnen­gräber eingetieft worden: S56 (Abb. 9/3-4); S57: weiblich?, 20-39 Jahre alt (Abb. 4/1,5/1 -4); S61: weiblich?, 20-59 Jahre alt (Abb. 4/2,8/1-2); S62:20-59 Jahre alt (Abb. 4/3, 9/1); S63: Reste eines älter als 15 jährigen Individuums (Abb 4/4, 10/1-5); S65 (Abb. 4/5,9/2) und S92 (Abb. 3/5,4/6). Die Beigaben der Urnengräber können wir typologisch in zwei Gruppen gliedern. Eine Gruppe folgt der sog. Spätpiliny Keramiktradition (S56, S57, S61), die andere können wir in die sog. RBrD-HaA Periode, in den Pre-Gäva Horizont einteilen. Die beiden keramischen Stile sind sowohl im Gräberfeld als auch in der Siedlung bei Gelej zusammen angetroffen worden. Die chronologische Aufeinanderfolge oder Parallelität der bei­den Stile in der nördlichen Tiefebene ist noch nicht endgültig geklärt. Die gemeinsame Datierung RBrD-HaA können wir noch nicht verfeinern. In dem Abschnitt des Gräberfeldes, der uns heute zur Verfügung steht, ist keine Verbindung zwischen den Gräbern der beiden Perioden fest­stellbar. Aber es ist nicht auszuschließen, dass nach der Freilegung wei­terer Gräber eine kontinuierliche Benutzung des Gräberfeldes bewiesen werden kann. 160

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