Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 24. (Szolnok, 2015)

Régészet - Szabó Dóra: Tiszabura–Nagy-Ganajos-hát gepida kori településanyaga

SZABÓ DÓRA: TISZABURA-NAGY-GANAJOS-HÁT GEPIDA KORI TELEPÜLÉSANYAGA Dóra Szabó Eine Gepidische Siedlung aus Tiszabura - Nagy-Ganajos-hát ln dieser Studie ergänze ich die Reihe der Gepidischen Siedlungen aus Komitat Jäsz-Nagykun-Szolnok mit einer Siedlungsspur aus Tiszabura - Nagy-Ganajos-hät. Der Teil des Theissgebiets, der heute zum Komitat Jäsz-Nagykun-Szol­nok gehört, hat das nordwestliche Grenzgebiet des Gepidischen König­reichs nach der Mitte des 5. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gebildet. Es bezeichnet gut die ehemalige Bedeutung die­ses Raumes, dass ein Übergang über den Fluss im Bereich der Mündung von Zagyva war. Es ist bezeichnend für die Siedlungen im Gebiet, dass sie sich an hohen Ufern befinden. Am häufigsten laufen sie in schmalem Streifen, strangartig hin.14 Östlich von Tiszabura befindet sich in einem mit Sandhügeln gegliederten Gebiet der sogenannte Nagy-Ganajos Rücken, der das westliche Ufer von Ganajos Rinnsal bildet. Auf dem Bereich hat vor der Erstellung des Reservoirs Hochwasserentlastung von Nagykunság eine archäologische Freilegung stattgefunden. (17.180 nf wurden freigelegt.) Unter anderem sind Gepidische Siedlungsobjekte zutage gekommen. Auf dem freigelegten Gebiet haben sich die Objekte in drei, voneinander in großer Entfernung liegenden Blöcken befunden. Die ehemalige Sied­lung hat eine lose, gestreute Struktur. Es ist nicht beispiellos in diesem Bereich. Solche Gruppierungen von Gebäuden und Gruben kennen wir von der Gepidischen Siedlung in Szolnok - Alcsi oder von Battonya, Tiszafüred und Tiszaszőlős.15 Spuren von Gräbern oder Zäunen, die auf die Gliederung des Raumes hinweisen würden, wurden nicht entdeckt. Die Achse der Gebäude sind abweichend (NW-SO; W-O; NO-SW), sie zeigen keine Regelmäßigkeit. Drei Objekte sind Reste von ehemaligen Gebäuden (Objekt 12,18,135). Alle haben einen abgerundeten rechteckigen Grundriss. Die Grundflä­chen der Gebäude ändern sich zwischen 7,28 m2 und 11,88 m2. Zwei Objekte (12,18) haben -20 und -26 cm relative Tiefe, dagegen war Ob­jekt 135. -56-80 cm relativ tief. In allen drei Fällen war der gestampfte Fußboden gut bemerkbar. Weder Eingänge noch Pfostenlöcher waren beobachtet, deshalb können wir uns ein Bild von der Konstruktion der Gebäude nicht machen. Zusätzlich waren in den ehemaligen Gebäuden keine Feuerstellen, deswegen ist deren Funktion fraglich. Der Lehm in die Einfüllung dieser Objekte verweist auf eine aus Geflecht bestehende Wand, die mit Lehm verkleidet war. Die Gruben haben unregelmäßige (Objekt 30,56,146.) oder runde, unten ausbauchende (Obj. 150.) Form gehabt. Ihre Grundfläche war sehr groß: 10,5-23,5 m2 bzw. der Durchmesser des Objekts 150 war 180 cm. Ihre Tiefe war abweichend: die niedrigste war -14 cm, die größte war -173 cm. Ein rundliches Objekt mit einem Durchmesser von 310 cm und mit vertikalen Wänden wurde als Brunnen interpretiert. Aus der Einfüllung der Objekte sind Tierknochen, Keramiken und ver­schiedene Gebrauchsgegenstände zu Tage gekommen. Unter den Ge­brauchsgegenständen können Fragmente von konischen Webstuhlge­wichten, ein Knochengegenstand mit Spitze an beiden Enden, Fragmente von Mahlsteine, ein Wetzstein, sowie ein doppelkonischer, schmuckloser Spinnwirtel erwähnt werden. Eingezähntes Stückchen eines zweireihigen Kammes aus dem Gebäude 12. hat eine große Rolle in der Datierung gehabt. Die Mehrheit der Keramiken wurden auf der Töpferscheibe gedreht (98%). Die Mehrzahl der Gefäße wurden reduziert gebrannt, und sie wur­den hauptsächlich mit mehr oder weniger Kiesel gemagert. Es gibt sol­che Stücke, die mit Kiesel mächtig gemagert wurden und ihre Oberfläche ist grob. Ich habe eine reduziert gebrannte Gruppe von besserer Qualität abgetrennt. Sie sind fein geschlämmt und gemagert. Zu dieser Gruppe gehören scheibengedrehte Stücke mit gleichmäßiger, dünner Wand. Sie sind gut gebrannt. Ein kleiner Anteil der Keramiken wurden oxidiert ge­brannt. Was die Gefäßformen betrifft, gibt es Töpfe mit breiter Schulter, Töpfe mit angenommenem gerundetem Körper, verzierte Speichergefäße, Scher­ben von doppelkonischen Schüsseln und ein birnenförmiger, dünnwan­diger Becher. Zwei Henkelbruchstücke repräsentieren die Flüssigkeitsge­fäße. Einige Bruchstücke waren fein geglättet. 63% der Gefäße war un- verziert. Es gibt aber auch eingeritzte, mit Rillen und mit eingekämmtem Wellenlinienband verzierte Stücke. Jedoch gibt es keine Scherben, die gestempeltes oder eingeglättetes Muster haben. Aus dem Fundmaterial fehlen fast vollständig die verzierten Stücke mit guter Qualität, die die Datierung begünstigen könnten, deshalb kann der Siedlungrest genauer als das 5-6. Jahrhundert nicht datiert werden. Übersetzt von dem Autor 14 CSEH János 1999a. 41-42. 15 CSEH János 1999a. 43. 75

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