Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 22. (Szolnok, 2013)
Régészet - Prohászka Péter: A jászdózsai római dénárlelet a Kr. u. I. század közepéről
PROHÁSZKA PÉTER: A JÁSZDÓZSAI RÓMAI DENÁRLELET A KR. U. I. SZÁZAD KÖZEPÉRŐL Péter Prohászka: Der römische Denarfund von Jászdózsa aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Aus der Grossen Ungarischen Tiefebene sind manche römische Münzhorte bekannt, die zum Teil schon bearbeitet und veröffentlicht sind. Es gibt aber auch solche Münzhorte, mit den sich die archäologische und numismatische Forschung kaum oder gar nicht beschäftigte, obwohl sie wichtige Angaben bieten können. Im Beitrag wird ein solcher Münzhort kritisch neu bearbeitet, der 1905 in Jászdózsa (Komitat Jász-Nagykun- Szolnok) zum Vorschein gekommen ist. Die 114 republikanischen und frühkaiserzeitlichen Denare gelangten ins Ungarische Nationalmuseum, wo sie nach Babeion und Cohen bestimmt wurden. Zum Glück blieb eine Liste über die Münzen erhalten, weil die Münzsammlung bloss 58 Münzen zurückbehielt und die übrigen wurden dem Ministerium geschickt. Dank der Münzliste war die Bestimmung der Denare nach Crawford und RIC möglich. 90% des Hortes bestand aus republikanischen Denaren. Die älteste Münze war ein Denar des P. Sulla (Craw. 205/1,151 v. Chr.) und die Schlussmünze ein Denar von Nero (RIC 53, zwischen 64 und 68 n. Chr.). Besonders interessant ist, dass bis auf die Legionsdenare des Marc Anton die Prägungen des Bürgerkrieges vollständig fehlen. Sechs Denare des Tiberius und ein des Nero sind die kaiserzeitliche Münzen im Hort. Die Verteilung der Münzen zeigt unterschiedliche Kurven. In der Grossen Ungarischen Tiefebene erscheinen die römischen Prägungen erst seit der Flavier. Die republikanischen Münzen sind sehr selten in der Tiefebene und bloss in Siebenbürgen und durch Daken geherrschten Gebieten kommen sie in grosser Zahl vor. Aus dem Zwischenstromgebiet der Flüsse Theiss und Zagyva, aus dem Jászság, sind noch einige Horte und Streufunde bekannt, die von Viktor Hild aufgezeichnet wurden, bzw. in die Sammlung des Nationalmuseums gelangten. Wahrscheinlich zu Horte gehörten jene republikanischen Denare, die in Jászberény und Jäs- zjäköhalma ans Tageslicht kamen. Es ist sehr wichtig, dass römische Au- rei des Claudius und Tiberius in Jászkisér, Jászfényszaru und Jászdózsa gefunden wurden. Die Konzentration dieser Münzen kann man mangels schriftlicher Quellen und archäologischer Funde schwerlich interpretieren. Die römischen Prägungen könnten aus Transdanubien, von den Era- viskern, aber auch aus Siebenbürgen, von den Daken hierher gelangen. Wegen der Aurei muss man die Rolle der römischen Politik auch annehmen. Welches Volk in Jászság damals lebte und welche Rolle es in der Relationen des Karpatenbeckens spielte, stehen uns darüber leider keine Angaben zur Verfügung. Der Hort von Jászdózsa wurde wahrscheinlich um das Vierkaiserjahr oder kurz danach verborgen und dahinter könnte der Vormarsch der Sarmaten oder politische Veränderungen im Barbari- cum stehen. Übersetzt von dem Autor 89