Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 22. (Szolnok, 2013)
Vallástudomány - Puskás Zoltán: Egy sírfelirat ürügyén
TISICUM XXII. - VALLASTUDOMÁNY Zoltán Puskás Zu Apropos einer Grabinschrift Es ist nicht gewöhnlich, dass man in den Friedhöfen auf den Grabsteinen biblische Zitate finden soll. Irgendwo kann man aber auf richtige Ausnahmen stoßen, wie es auch von der im katholischen Friedhof von Jäsz- ladány Vorgefundenen Inschrift bewiesen wird. Das zitierte Gedicht der Job-Geschichte (Jobs Buch 19.25-27.) zu analysieren ist auch für einen Experten, der kein Philologe ist, ein aufschlussreiches Unternehmen. Es kann drei Grundfälle geben: 1. historische oder buchstäbliche Erklärung; 2. moralische Erklärung oder sie mit didaktischem Charakter und 3. prophetische oder symbolische Erklärung. Für uns ist die Erklärung dritten Typs davon, die in erster Reihe die tieferen Schichten des Textes aufdecken will und die zugleich auf den eigenen, inneren Weg des Gläubigen als „Person” reflektiert, wichtig. Der analysierte Text ist einer der wichtigsten Punkte des Buches von Job, seine sogennante „Richtachse”, in dem sich Job zu seiner eigenen Auferstehung und der des lebenden „Erlösers” entscheidend bekennt. Job hält, in Vergleich zu seinen früheren Feststellungen, die Auferstehung für recht möglich, sogar für unvermeidlich, obwohl er selbst noch an Christus des Neuen Testaments hätte auch nicht denken können. Seine frühere Erbitterung wird unerwartet umgestaltet: zur Wirkung eines fast visionären und klar gewordenen Moments wird er Herr seiner früheren Zweifel und seiner Apostasie. Den ethischen Normen der alten Lehre nach kann die Ursache des Leidens immer mit der Beleidigung irgendeiner Kathegorie der von der menschlichen Person begangenen Sünde in Zusammenhang gebracht werden. Später löste der eine immer betontere Rolle habende persönliche Kontext diesen kathegorischen Charakter auf. Um die transzendenten Erlebnisse zu haben, brauchte man nicht in die Kirche oder auf andere heilige Stellen zu ziehen, denn der persönliche Glaube, dessen eigenartig erlebte Erfahrung und dessen Lehren traten in den Vordergrund. Diesem immer erneuernden Erlebnis ist zu verdanken, dass Job inmitten der tiefsten Not zu keinem Gottesleugner geworden ist und dass er sich nie als Sünder zu betrachten geneigt war, wie es sonst von der Moral seiner Zeit eventuell erwartet gewesen wäre. Seine persönlichen Qualitäten heben ihn über seine Zeitgenossen heraus, er kann auch in der tiefsten Tiefe des persönlichen Leidens seinen Gott sehen und das Kennenlernen von ihm auf intime Weise neu erleben. Anhand des Beispiels von Job kann angenommen werden, dass die Ausprägung der Transzendenz und der Immanenz nicht nur in den monoteis- tischen, sondern auch in den anderen, unterschiedlichsten Religionen einer der aktiven Faktoren der Kulturgeschichte gewesen ist und sie auch das bleibt. Das ist doch die persönliche Einfühlung der transzendenten Wirklichkeit und deren immer wieder erneuerte Bewusstmachung. 638