Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 22. (Szolnok, 2013)

Néprajz - Kókai Magdolna: Az emberélet fordulóihoz fűződő hiedelmek a Jászságban (születés, házasság, halál)

TISICUM XXII. - NÉPRAJZ SZAPU Viola 1976. Népi hitvilág, népszokások Jászfelsőszentgyörgyön (kézirat) JMA: 155-79. TERJÉKI János 1975. Jászjákóhalma népi hitvilága (kézirat) JMA: 200-79. Magdolna Kókai Die an die Wenden des Menschenlebens knüpfenden Glauben in Jazygien (Geburt, Hochzeit, Tod) Die Studie macht die reiche Glaubenswelt bekannt, von der die Wenden des Menschenlebens in Jazygien charakterisiert worden sind. An den drei Stationen des Lebens des Menschen kommt man von einem Status zum anderen, und dieser jeweilige Zustand macht einen dazu fähig, sich aus der Gemeinschaft zeitweilig herauszuheben, beeinflusst werden zu können und andere zu beeinflussen. So werden diese Brauchkreise von den Übergangsriten immer mehr durchwebt. Mit unserer Geburt fangen wir mit unserem Erdenleben an, zur Hochzeit ändert sich der gesell­schaftliche Status von Frau und Mann, bei unserem Tod verlassen wir die Bühne unseres irdischen Daseins. Die Glauben und die Verbote, die sich an die Geburt schließen, bezie­hen sich in erster Reihe auf den Schutz der Frucht und des Säuglings, auf seine positiven inneren und äußeren Eigenschaften. Diese waren die auf die Gesundheit und die Schönheit der geboren werdenden Frucht abzielenden analogischen Handlungen (z. B. die Entstehung des Mutter­mals) oder die Glauben im Zusammenhang mit der Anwünschung, dem bösen Blick, der Absetzung des Säuglings und mit deren Heilung, mit den unregelmäßigen Geburtsmethoden, der Taufe, dem Wochenbett und mit dem Schutz der Muttermilch. Die zweite Station des menschlichen Lebens, die Hochzeit, bzw. auch die davor geschehene Paarwahl waren auch an Riten reich, die sich auf das zukünftige Glück des jungen Paars, seine Schönheit, seine Üppigkeit und auf die führende Rolle innerhalb der Heirat bezogen. Solche magischen Handlungen waren die mit den nennenswerten Tagen der Mädchen verbundenen Bräuche zur Schönheitszauberei und Heirats­wahrsagung, die s. g. „Vergiftung”, mit der der gewählte Bursche ans Mädchen gefesselt werden wollte, sowie die Vorschriften, die sich auf das in den Schuh der Braut gesteckte Geld, den Verlobungsring, den zur Kirche führenden Weg, das Hochzeitsabendbrot und die Hochzeitsnacht bezogen. Die letzte Station unseres irdischen Daseins ist der Tod, der auch mit Mystik umgeben ist wie die Geburt, deswegen ist er auch reich an Glauben. Der Grund dieser Glauben und der magischen Handlungen ist auch die Ansicht, dass der Tod einerseits das Beenden des Lebens sei, aber er sei auch ein Übergang und zugleich der Beginn einer an­deren Daseinsform. Der Tote kommt aus der menschlichen Welt heraus und wird zum Bewohner einer unbekannten, überirdischen Welt, deshalb wird er mit Ehre und zugleich mit Angst umgeben. Man bestrebt sich, alle Bedürfnisse von ihm zu befriedigen, um dadurch seine Entfernung zu beschleunigen und um sein Zurückkehren zu verhindern. Die darauf richtenden magischen Handlungen waren die Verfahren, die den Todes­kampf, die Entfernung der Seele erleichterten, die neben den Toten ge­legten Gegenstände, der Brauch, dem nach man den Toten essen ließ oder die Erlebung der Hochzeit der jungen, noch ledigen Toten mit dem Leichenmahl und die Messedienung. 330

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