Gecse Annabella et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 18. (Szolnok, 2009)

Néprajz - P. Szalay Emőke: Úrihímzéses úrasztali terítők a tiszaderzsi református gyülekezetben

Néprajz Emőke P. Szalay Gottestischdecken mit Herrenstickerei in der reformierten Kirchengemeinde von Tiszaderzs Die Kunst der Renaissance erschien in Europa nach Italien gleich in Ungarn. Später, nach der Türkenherrschaft ist die Verbreitung der persischen Ziermotive mit den Produkten des östlichen Kunstgewerbes wahrnehmbar. Als Folge die­ser zwei Kunstwirkungen wurde der zwischen den 16. und 18. Jahrhunderten blühende Stickstil, die Flerrenstickerei ge­boren. Im Laufe der 17. und 18. Jahrhunderte statteten die reformierten Gläubigen ihren finanziellen Möglichkeiten nach ihre geliebten Gotteshäuser und Kirchen mit den nötigen Ze­remoniengegenständen aus. Die ungarischen reformierten Kirchen bewahren bis zu den heutigen Tagen Tischdecken mit Herrenstickerei in großer Menge auf. Die Studie macht die Gottestischdecken der reformierten Kirche von Tiszaderzs bekannt. Dabei bestätigt sie die von den Forschern für Herrenstickerei niedergeschriebenen Fest­stellungen, denen nach die Kraft der individuellen Zierfertig­keit und der nationalen Kunst und Kultur auf den ungarischen Herrenstickereien zu beobachten sei. Dieser Stickstil wurde doch in den 16. und 17. Jahrhunderten geboren, als das Un- gartum gegen die Türken einen Kampf für Leben und Tod führte. Trotz der tragischen geschichtlichen Umstände und des in drei Teile gespaltenen Zustandes des Landes blieb die nationale Einheit des Ungartums bewahren. Dies alles wird auch durch diese Tischdecken, deren ähnliche Verzierungen habende Stücke man von Oberungarn über jenseits der Theiß bis Transsylvanien vorgefunden hat, bewiesen. 411

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