Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)

Történettudomány - Polgár Zoltán - Gondolatok egy éremkincs kapcsán

Történettudomány | Zoltán POLG ÁR Gedanken anlässlich eines Münzenschatzes Resümee Der Münzenschatz kam während der Rettungsgrabungen auf dem Fundplatz von Tiszagyenda-Morotvapart-Lak zum Vorschein. Der Anlass zu den Grabungen bildete der Erbau des Staudammes von Tiszaroff, als Fortsetzung des Stau­dammprojektes namens Vásárhelyi-Plan. Der Schatzfund besteht aus 65 ganzen Silbertalern und aus einer Goldmünze, die in einer Tiefe von 25-30 cm ans Tageslicht kamen und durch den Pflug auf einer Fläche von 30x30 Meter zerstreut wurden. Die Münzen wurden zwis­chen 1617 und 1639 geprägt. Die Münzen sind - mit Ausnahme des Goldes - Taler, die als Euro des 16-17. Jahrhunderts genannt werden können, da sie in ganz Europa bekannt und als allgemein erkanntes Zahlungsmittel galt. Der Taler als Geldtyp besitzt ein relativ einheitliches Gewicht von ca. 28 Gramm und einen Durch­messer von 4,5 cm und wurde aus Silber von guter Qualität geprägt Die Geschichte des Taler begann in Ungarn im Jahre 1499, als Wladislaw II. die ersten Talern schlagen ließ. Der Wert des Talers veränderte sich ständig und zwar aus mehreren Gründen. Am Anfang stieg sein Wert, aber im Fol­ge der Krise des 17. Jahrhunderts verschlimmerte es sich soweit, dass ein Taler in der Mitte des 17. Jahrhunderts nur einem halben Golddukaten entsprach. Die kriegerischen Verhältnisse des 17. Jahrhunderts trugen zur Inflation bei und das größte Ereignis des Jahrhunderts, der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), war der unmittelbarer Auslöser des wirtschaftlichen Rückfalles schlechthin und führte zum Wertverlust des Geldes. Die Herausgeber der Münzen des Schatzfundes leiteten als aktive Protagonisten sowohl die Wirtschaftswelt als auch die Kriegereien auf den von ihnen eroberten Gebieten. Vier von ihnen verdienen eine besondere Darstellung, da sie entscheidende Herrscher des 17. Jahrhunderts waren, na­mentlich Ferdinand II. (1619-1637) ungarischer König und deutsch-römischer Kaiser, Gustav Adolf II. (1611-1632) sch­wedischer König, Christian IV. (1588-1648) dänischer König und Gábor Bethlen (1613-1629) Fürst von Transsylvanien. Drei von den vier Herrschern waren in der Protestantischen Union beteiligt, während Ferdinand II. kämpfte an der Seite der Katholischen Liga. Den dem Dreißigjährigen Krieg ein Ende setzenden Westfälischen Frieden (1648) erlebte keine von ihnen, dennoch spielten sie eine aktive Rolle im nachkri­egszeitlichen Aufbau der neuen europäischen Ordnung. Der Talerfund aus Tiszagyenda besteht aus Münzen, die aus den am Krieg beteiligten Ländern -fast aus ganz Europa­der beiden Bündnissen stammen. Das Wert des gesamten Fundes betrug 65 Taler, das im 17. Jahrhundert nicht be­sonders viel Wert besaß, der Besitzer war jedoch kein armer Mensch. Die Summe der 65 Taler (ung. 100-130 Forint) entsprach den einjährigen Sold eines Kavalleristen. Die große Belohnung und die Möglichkeit einer raschen Bereicherung zogen viele ungarische Soldaten in die west­lichen Armeen und auf fremde Schlachtfelder. Die heimkeh­rende Soldaten nahmen Münzen verschiedener Nationen mit nach Hause, da sie ihren Sold in wertbeständigen Geldern von guter Qualität erhielten. Der ehemalige Besitzer der Taler aus Tiszagyenda konnte ein Söldner gewesen sein, oder aber ein Händler. Der Grund zur Verbergung des Schatzes kann nur vermutet werden, über die Umstände besitzen wir keine sichere Angabe. Ei­ner der möglichen Gründe könnte der Feldzug in den Jah­ren1644-45 des transsylvanischen Fürsten György Rákóczi I. gewesen sein. 561 |

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