Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)

Történettudomány - László András Horváth - Katalin H. Simon - Ungewöhnliche Gedanken über einen Meeresgott

Tisicum XIX. eine direkte Verbindung ist. Für das Verhältnis mit Hephais­tos müssen wir zuerst über eine andere mythische Rolle des Poseidon sprechen. Wie oben geschildert, wurde er an vielen Orten häufig mit der Erde verbunden. Die Erdbeben, die Grie­chenland oft heimsuchten, betrachtete man in der Antike als Zorn des Poseidon, Homer nannte ihn eben deswegen gerade „Erderschütterer." 1 4 W. Capelle ging noch weiter und hielt ihn weder für den Herren des Meeres noch des Gewässers, über­haupt ist bei ihm Poseidon „vom Hause aus" schon der 'Herr der Erdtiefe.' 1 5 Ähnlich dem Atlas, hält oder trägt Poseidon als yaiiioxoa (evtl.: yamoxoç) 1 6 die Erde. Durch Erdbeben stößt und erschüttert er die Erde, aufgrund einer antiken Mei­nung, nach der die Erdbeben durch die in Höhlen eingedrun­genen Gewässer bewirkt würden. 1 7 Als er von Samothrake in drei Schritten hinab nach Aigai wandelte, Berge und Wälder schütterten unter seinen Füßen. 1 8 Demgemäß ist es also kein Wunder, dass er hauptsächlich in den Erdbebenregionen und vulkanischen Gegenden des antiken Hellas besonders verehrt wurde. 1 9 Mit der Tiefe hatte auch Hephaistos viel zu tun. Nach seiner Geburt, als seine Mutter Hera ihn vom Olymp her­abwarf, fiel er ins Meer, wo er von den Titaninnen Thetys und Eurynome gerettet, dann in einer Höhle unter dem Meer erzogen wurde. Hier hatte er seine erste Schmiede. 2 0 Nach einer anderen Quelle hatte Hephaistos eine andere Werk­statt in dem Berg Mosychlos auf Lemnos, wo er mit seinen Arbeitern und/oder Gesellen, den Kyklopen - Brontes, Ste­ropes und Arges (an anderen Stellen Pyrakmon) - Tag und Nacht arbeitete. 2 1 Im Allgemeinen ist zu sagen, dass man eine Verbindung auf mythischer Ebene zwischen Schmieden und vulkanischem Feuer in der Antike herstellte, indem die 14 Horn. II. 20, 57ff; BREMMER 2001. 202; Gruppe 1906. 813, Anm. 3, 814, 845; OTTO 1934. 201; HERRMANN 1984. 1. 427. 15 CAPELLE 1924. 360. Nach Gruppe (1906.1137) sei Poseidon eigentlich ein, in der Erdtiefe hausender Erdgeist, der mit der Deme­ter eng verbunden sei. 16 Pauszaniasz. 3, 20,2. 17 Horn. II. 20, 57; WELCKER 1857. 627. 18 Horn. II. 13,18ff; MEYER 1906. 2796. 19 NEUMANN - PARTSCH 1885. 272ff, 319-332; MEYER 1906. 2813. 20 Hes. Theog. 141. 501-506; Horn. II. 18.136; Horn. II. 18. 394-409; RANKE-GRAVES 1960. 23a§; SEYFFERT 1956. 277; MORFORD ­LÉNÁRDON 1985. 75; GRAF 1998. 353. 21 Apollod. 1, 1. ff; Hes. Theog. 139ff; Verg. Aen. 8. 416-453; STOLL 1875.118; MALTEN 1912. 359; LÜKEN 1881. 87; RAPP 1890. 2038; ROSCHER 1894.1677; WILAMOWITZ 1955. II. 141; SEYFFERT 1956. 277; MORFORD - LÉNÁRDON 1985. 75. Der Berg Mosychlos wird manchmal, u. a. an den meisten vorerwähnten Stellen, falsch als Vul­kan erwähnt. Dagegen brannte auf diesem Berg auf Lemnos noch Ende des 19. Jahrhunderts eine natürliche Erdgasfackel, die in der Antike mit der Tätigkeit des Hephaistos verknüpft wurde, mit dem Vulkanismus aber nichts zu tun hatte (NEUMANN - PARTSCH 1885. 317). In Vulkan und Erdgasfackeln gab es aber etwas Gemeinsames, was beide an einen unterirdischen Gott knüpft; Das aus der Tiefe kommende Feuer, was zu einer Gleichsetzung in der Antike völlig ge­nug war. Werkstätte des göttlichen Schmiedes, in unserem Fall die des Hephaistos, in Vulkanen lokalisiert wurde. So kamen, obwohl vermehrt nur in den späten Überlieferungen, die li­parischen Inseln oder der Ätna in Frage. 2 2 Obwohl Poseidon kein Schmiedegott war, können einige seiner Züge mit den oben genannten in Parallele gestellt werden. Erwähnt sein soll in dieser Beziehung der Kampf des Poseidon mit dem Gyganten Polybotes. Während des Gygantenkampfes folgte der Meeresgott den von Zeus' Blitzstrahl erschreckten und ins Wasser gesprungenen Gyganten bis zur Insel Kos. Nach Pausanias (1, 2, 4) und Apollodor (1, 38) riss er ein Stück, die Landspitze Chelöne aus der Insel Kos und warf es auf den fliehenden Polybotes, damit er begraben wurde. Aus die­sem Landstückchen sollte das Inselchen Nisyros entstehen. Die kleine, etwa 35 km 2 große Insel Nisyros zwischen Kos und Telos in der Südost-Ägäis im Dodekannes ist aber ein schlafender Vulkan mit einem zusammengestürzten Haupt­krater. 2 3 Der riesige 'Erderschütterer' hatte also eine enge Verbindung auch mit diesem Vulkan iesem und dadurch mit dem unterirdischen Feuer, wodurch sein Titel „Herr der Erd­tiefe" wieder eine Erläuterung bekommt. Während die oben behandelten Götter nur auf indirekte Weise mit Poseidon verknüpf werden, steht die dritte Feuer­gottheit der griechischen Mythologie, Hestia, schon in einer konkreten Beziehung mit dem Meeresgott. Sie ist gleichzei­tig die Göttin des Feuers und das Feuer als Element selbst, während der Herd seinerzeit auch unter diesem Namen er­wähnt wurde. Die volle Persönlichkeit erlangte sie nie, über sie wurden fast keine Mythen erzählt. 2 4 In einem der wenigen kommt sie aber eben mit Poseidon in Verbindung. Wie es in der homerischen Hymne an Aphrodite erzählt wurde: „Und die heilige Göttin umwarben Poseidon und Phoibos, aber sie wollte nicht, und, hart und trotzig sich weigernd, schwor sie den mächtigen Eid, der sich auch wirklich erfüllte, während sie das Haupt des donnernden Vaters berührte: Jungfrau wolle sie bleiben, die heilige Güttin, auf immer. Zeus aber gab ihr an Stelle der Ehe herrliche Ehre: mitten im Hause zu thronen und sich von Opfern zu nähren. So ist sie hochgefeiert in allen Tempeln der Götter, gilt auch das würdigste Göttin bei allen sterblichen Menschen." (Horn. Hymn. Aphr. 24-33). Die Ehe kam also letztendlich nicht zustande, dies bildet aber auf diese Weise eine Ausnahme. Die Kronos-Kinder sonst schlössen Ehen miteinander (Zeus mit Hera, Hades mit Demeter). 2 5 Es hätte also auf der Hand gelegen, eine Ehe auch zwischen Poseidon und Hestia zu schließen. Von ei­nem anderen Gesischtspunkt aus konnte es aber auch nicht 22 Apoll. Rhod. 4. 761; Verg. Aen. 8. 416ff; Kallim. Hymn, in Del., 46f; FURLEY 1998. 500. 23 KÜLZER 2000. 964. 24 NILSSON 1906.429. 25 WEISKE 1842. 328. | 538

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