Bagi Gábor et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 17. (Szolnok, 2008)
Történelem - Havassy Péter: A gyulai várnagyok és alvárnagyok archontológiája
SZALAY Ágoston 1861. Négyszáz magyar levél. Pest. VERESS Endre 1938. Gyula város oklevéltára 1313—1800. Budapest. RÖVIDÍTÉSEK BO = HAÁN Lajos—ZSILINSZKY Mihály: Békés megyei oklevéltár számos, hazánk beltörténetére vonatkozó adatokkal. Budapest, 1877. BRMTÉ = Békés Vármegyei Régészeti és Mívelődéstörténelmi Társulat Évkönyve I—XVII. Gyula, 1874—1893. DL = Magyar Országos Levéltár Diplomatikai Levéltár, Budapest DF = Magyar Országos Levéltár Diplomatikai Fényképtár, Budapest MPEA = Magyar Protestáns Egyháztörténeti Adattár, Budapest MTT = Magyar Történelmi Tár, Budapest MVH = Monumenta Vaticana Flungariae II. Budapest, 1889. OL Reg. dec. = Magyar Országos Levéltár, Regesta decimarum comitatus Békés OL U. et C. = Magyar Országos Levéltár, Urbaria et conscriptiones TO = Ortvay Tivadar: Temesvármegye és Temesvár város története IV. Oklevelek Temesvármegye és Temesvár város történetéhez I. Gyűjtötte: PESTY Frigyes. Pozsony, 1896. TT = Történelmi Tár, Budapest ZO = A zichi és vásonkeői gróf Zichy család idősb ágának okmánytára. Szerk.: Nagy Imre—Nagy Iván—Véghely Dezső—Kämmerer Ernő—Lukcsics Pál. I—XII. Pest, 1871—Budapest, 1931. PÉTER HAVASSY DIE ARCHONTOLOGIE DER BURGVÖGTE UND BURGUNTERVÖGTE VON GYULA Wir beschäftigten uns schon mit der Archontologie der Burgvögte und damit zusammenhängend mit ihrer Tätigkeit in mehreren Studien. Jetzt fiel unsere Wahl auf die Burgvögte und Burguntervögte, denn dem im Münchner Archiv aufbewahrten Schriftmaterial vom Markgrafen Georg Brandenburger verdankend stehen uns viel mehr Quellen zur Verfügung als im Falle anderer Festungen der Tiefebene. Die Wichtigkeit der Person des Burgvogtes von Gyula wurde dadurch entscheidend bestimmt, dass das Gut hier zu finden war und so auch die Familie der Besitzer der Burg (die Marótis, János Corvin, die Patócsi-Familie) vorwiegend hier lebte, bzw. ihr Vermögen und auch ihre Schmucksachen hier bewacht wurden (z. B. im Falle von Beatrix Frangepán). Die Angehörigkeit einem Geschlecht (z. B. der Familie Gutkeled), die direkten Blutsbanden, usw. brachten die Erringung des Amtes allerdings hervor. Obwohl der Posten des Burgvogtes und der des Hofrichters sehr verehrend und gewinnenbringend waren, wurden diese in vielen Fällen gar nicht übernommen, bzw. sagten Viele der Amtsträger vor der Ablaufszeit noch ab. Die erste und wichtigste Aufgabe der Burgvögte war, die Burg zu verteidigen, einer von ihnen musste sich immer in der Burg aufhalten. Weder der Burgvogt, noch der Burguntervogt durfte während der Dienstzeit die Festung ohne Erlaubnis verlassen. Die Bezahlung, die Rechte und die Pflichten der Burgvögte wurden im Jahre 1520 vom Grafen Georg ausführlich reguliert. Mehrere von den Amtsträgern wurden von ihrem Herrn über die Bezahlung auch mit bedeutenden Gutsbesitzen belohnt. Außer dem Versehen der militärischen und Verwaltungsaufgaben konnten die Burgvögte und die anderen Gefährten von ihnen über dem Stand der Burg und den Bewohnern des Gutes als Richter urteilen, und zwar zweitinstanzlich. Die Mitglieder des Burggerichtes (judicium castri) waren die Burgvögte, die Burguntervögte, der Hofrichter und in vielen Fällen auch der Richter von Gyula, also arbeiteten sie als gemeinschaftliches Gericht. Nachdem diese Aufgaben erwähnt worden sind, beschreibt der Verfasser auch die im komitatlichen öffentlichen Leben gespielte Rolle der Herren der Burg und deren Amtsträger, eben deswegen, weil es hier eine allein stehende Erscheinung im ganzen Lande sein kann. Vom König Mathias wurden 1484 die Rechtsbehörden des Komitats, deren Aufgaben bis da nur die Obergespane, Untergespane und Stuhlrichter ausüben durften, auf die Burg Gyula, bzw. auf deren Burgvögte und ihre Beamten übertragen. Dadurch wurde das Schicksal des Komitats Békés mit Gyula, also mit einer Burg, die in einem anderen Komitat, in Zaránd legte, verbunden. Auf Grund unserer archontologischen Forschungen kann es festgestellt werden, dass dies alles in der erwähnten Zeitepoche gar kein abstechendes Beispiel gewesen ist. Wladislaus II. verschenkte im Jahre 1506 der Witwe von János Corvin, Beatrix Frangepán und ihrer Tochter, Erzsébet Corvin — auf beispiellose Weise — den Posten des Obergespans des Komitats Békés mit allen seiner Rechtsbehörden und seiner Einkommen. Für die Amtsträgerkörperschaft brachte es bedeutende strukturelle Änderungen, als die Burg im Jahre 1552 wieder in die Hände des Königs fiel. 147