Benedek Csaba – H. Bathó Edit – Gulyás Katalin – Horváth László – Kaposvári Gyöngyi szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 14. (2004)
Sprachengrenzeänderung, Assimilationslagen und die Zuverlässigkeit der Statistik am Beispiel des Komitats Zemplén
RÓBERT BAGDI - GÁBOR DEMETER SPRACHENGRENZEÄNDERUNG, ASSIMILATIONSLAGEN UND DIE ZUVERLÄSSIGKEIT DER STATISTIK AM BEISPIEL DES KOMITATS ZEMPLÉN Obwohl die Ungenauigkeit der Daten Störungen verursacht, können die Zusammenschreibungen vor dem 19. Jahrhundert der Untersuchung nicht ausgeschlossen sein. E. Tamás stellte treffend fest, dass die Sprachengrenze zwischen 1773 und 1850 keine wesentliche Änderung gelitten hatte und er erkannte die Bedeutung der Berührungszone bei der Assimilation. Wir versuchten auf den vorgestellten Landkarten zu rekonstruieren, um welche Zentren sich die slowakische Expansion bis zum Jahre 1880 gruppiert hatte, bzw. in welcher geografischen Umgebung der auf zwischen 1880 und 1910 fallende ungarische Vorstoß, der dem Slowaktum im ganzen Land einen halbe Million werten Verlust verursacht hatte, stattfand. Unsere Forschung breitet sich auf die ausführliche Untersuchung der historischen und kulturpolitischen Fakten nicht aus, denn unserer Meinung nach hat schon L. Szarka diese Aufgabe ausgezeichnet gelöst. Es wurde aber noch nicht versucht, die auf geografischen Grundgegebenheiten ruhende Assimilationskraftreihenfolge festzustellen. Es ist wahr, dass es von dem angegebenen kulturell-politischen Hintergrund untrennbar ist, eben deswegen können bloß die Folgenden festgestellt werden: Die Ruthenen bewiesen sich gegenüber den Ungarn und auch dem Slowaktum gegenüber schwach zu sein. Der Grund für das Letztere ist nicht so sehr geografisch, sondern lieber die Folge der ähnlichen Sprache und der größeren historischen Vergangenheit der Slowaken. Das Ungartum konnte den Slowaken gegenüber nur dort das Übergewicht gewinnen, wo es auch regional in Übergewicht war, oder wo es wirtschaftlich- politische Schlüsselpositionen besaß, und das ist auch umgekehrt wahr. Unserer Feststellung nach ist die Bedeutung der naturgeografischen Verhältnisse parallel mit der gesellschaftsgeografisch- wirtschaftsgeografischen Bestimmtheit. Die bevölkerungsgeografischen (z. B. wirtschaftlichen) Verhältnisse sind in einigen Fällen den politischen Zielen unterordnet, z. B. zwischen 1880 und 1910. E. Tamás nach wuchs das Verhältnis des Ungartums. Das kann für das Ganze des Komitats und die Menschenzahl wahr sein, aber auf den von uns geprüften Teilen konnte das Ungartum zwischen 1880 und 1910 keinen „Gebietsgewinn" erreichen, die Städte abgerechnet, die die wichtigsten Schauplätze der Assimilation waren, wo das Ungartum den anderen Nationen gegenüber zum Übergewicht kam, sogar im Falle des völlig homogenen Hinterlandes. Das Bild zeigt etwas Anderes, wenn die einzelnen Zeiträume verglichen werden. Im Verhältnis zum 18. Jahrhundert drang sich das Ungartum da in mehreren Wellen zurück. Dessen Spitze kann im Jahre 1880 sein, als das Diasporenungartum schien, sich in den Reihen des Slowaktums verschmolzen zu haben. Für 1910 war ein Vorstoß im Vergleich der früheren Jahre in den Kreisen von Gálszécs und von Ujhely zu beobachten, welcher die für den Anfang des 19. Jahrhunderts charakteristische Sprachengrenze nicht überschritt, aber er erreichte sie, und die Verbreitung der Zweisprachigkeit erhöhte der politischen Dominanz des Ungartums verdankend die Assimilationsneigung. Die Zweisprachigkeit kann nicht aus politischen Gründen geprüft werden, sondern man muss ihre Rolle sehen, da sie keine Trennungslinie sein darf, sondern sie muss ein verknüpfendes Band zwischen den das Zusammenleben wollenden und könnenden Völkern sein. 383