H. Bathó Edit – Kertész Róbert – Tolnay Gábor – Vadász István szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 12. (2001)
Das Alte Handwerk des Ziegelns
Bestimmung der Monogramme der verschiedenen Marken ist ohne den genauen Fundort und auf dessen Grund ohne die Kenntnis der Besitzverhältnisse und der Bauauftraggeber in der Regel unmöglich. Die zuerst verwendeten erhabenen Ziegelsmarken werden von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an durch die konkaven Buchstaben abgelöst, dann können wir von der Mitte des vorigen Jahrhunderts an die Zeichen der Ziegelfabriken treffen. In Ungarn wurden Ziegelofen aus dem Mittelalter bis da in den folgenden Gebieten aufgefunden: Pókaszepetk (Komitat Zala), Dömös (Komitat Pest), Csongrád -Várhát (Komitat Csongrád), nördlich von Békéscsaba, auf der Mark von Mezó'megyer (Komitat Békés), Tiszalök-Kövestelek (Komitat Szabolcs-Szatmár) und Őriszentpéter (Komitat Vas). Auf Grund der Ergebnisse der archeologischen Ausgrabungen, der zeitgenössischen Stiche, Beschreibungen und der ethnographischen Forschungen ist der Arbeitsvorgang der mittelalterlichen Ziegelanfertigung gut rekonstruierbar. Man brauchte zum Ziegelstreichen viel Wasser, deshalb wurden die Lehmgruben neben das Wasser gesiedelt. Die Ziegelproduktion bedeutete am Anfang Handabformung, die Schablonen wurden aus Holz oder Metall angefertigt. Der Ziegelstreicher strich die mit Sand bestreute Form mit Lehm aus, dann stürzte er den rohen Ziegel auf eine besandte Stelle aus, wo er austrocknete und hart wurde. Dann wurden die Ziegel in Scheiterhaufen gelegt, getrocknet und gebrannt. Schon im 14. Jahrhundert wurde die Ziegelproduktion zur selbständigen Zunftindustrie. Auf der Wirkung der 1853 erschienenen Anordnung lösten sich die kleinen städtischen Ziegeleien auf und ihre Stellen übernahmen die Privatziegelfabriken von Hoffmann mit dem Rundofen. In unseren Tagen ist diese Ziegelbrennensmethode für die Produktion nur noch in den s.g. traditionellen Ziegelfabriken charakteristisch. (Z. B. Törökszentmiklós, Tiszaföldvár, usw.) 227