H. Bathó Edit – Kertész Róbert – Tolnay Gábor – Vadász István szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 11. (1999)
Géza Szabó: Die diffuse Beziehung unter den Regionen Europas im 18-19. Jh.: Hafneröfen vom deutschen Typ aus Südtransdanubien
Abb. 5. Mórágy, Kossuth Str. 86. Bruchstück einer Schüssel mit Sgraffito aus dem Ofen Nr.2 Ofen als einen kegelförmigen Ofen rundförmigen Grundrisses. Der steht im Hinterhof im Freien und nur seine Öffnung reicht in den in Erde ausgehöhlten, hüttenmässigen Kotier mit halbem Dach hinein. An seinem Schornstein verengt er sich und der kurze Schornstein weicht vom Ofenmantel kaum ab. Nach der Seite ist die zum Einlegen der Gefässe dienende Öffnung, über der Mündung des von gleicher Höhe der Erdfläche sich erhebenden Heizloches. Im Innenofen, über der Brandgrube werden die Ziegel vom Rost durch die lehmgebaute Ofenbank und mehrere Füsse gehalten. 15 Man könnte die Reihe noch fortsetzten, aber es kommt auch aus so vielen Angaben hervor, dass die äusserliche Erscheinung und der rundförmige Grundriss des freigelegten Mórágyer Ofens den publizierten Öfen ähnlich ist, seine innere Struktur aber davon 14 KRESZ 1960 352. 15 KRESZ 1987 26. 16 Siehe 13. Abb. 6. Mórágy, Kossuth Str. 86. Bruchstück einer Schüssel mit Sgraffito und gotischer Inschrift aus dem Ofen Nr.2 abweicht. In seinem Inneren gibt es zwar keine Bank-und Rost tragenden Säule, trotzdem ist es für keinen Kesselofen mit glattem Grund zu halten, da zwei Parallelen Rippen seinen Innenraum teilt. Solche Teilungsrippen sind in den langen bzw. - wie auch von Mária Kresz erwähnt • deutschen Öfen vom Typ her aufzufinden. Einen ähnlichen Ofen konnte man bei früherer Gelegenheit in direkter Nähe der Freilegung in Mórágy, ferner auch in Kismórágy beobachten. Fürs zähe Fortleben der einzelnen technologischen Kunstgriffe und Verfahren ist ausgesprochen kennzeichnend, dass man z.B. solche Öfen bei Hafnern im Tal Züric auch bis heute auffinden kann, die den in archäologischen Literatur bekannt gemachten Öfen aus Ete im 17. Jh. ähnlich sind und ebenso brennt der Hafner, István Teimel, in "bánya in den auf deutschen Gebieten schon im 18.Jh. allgemein gebrauchten langen Öfen auch heute noch. Es trägt zur Bedeutung der Mórágyer Freilegung auch bei, dass dieser publizierte Ofen gegenwärtig der erste unter den Ausgrabungsstoffen, als ein Hafnerofen mit seinen darin gebrannten Waren zusammen durch archäologische Methoden freigelegt werden konnte. Es kommt in der archäologischen und 128