H. Bathó Edit – Kertész Róbert – Tolnay Gábor – Vadász István szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 11. (1999)

Ansiedlung und Bevölkerung im Mittelalterlichen Komitat Gömör

Slawen vertreten waren. Praktisch wurzelte sich das slowakische Ethnikum erst durch die Ansiedlungen an, die von dem Geschlecht Ákos und von anderen betrieben wurden. In den máchtigen Wáldern von Nord-Gömör waren noch grosse weisse Flecken zu bevölkern, deshalb kam die Wanderung der Walachen (Ruthenen), die am Anfang des 15. Jahrhunderts Gömör erreichte, dem Geschlecht Ákos, das die Ansiedlungen unermüdet fortsetzte, wie gewünscht. Die Walachen suchten gerade diejenige Gebiete, wo andere kein richtiges Heim finden konnten. Die erste Angabe über walachische Hirten in Gömör stammt aus dem Jahr 1426. Da die Familiennamen der Bevölkerung in ihren Dörfern vom 15. Jahrhundert überwiegend ruthenisch sind, müssen wir das Ruthenische für das führende Ethnikum der walachischen Hirten haltén. Die Walachen aus Szepes und Gömör sind nicht aus dem Ruthenertum von Máramaros-Zemplén, sondern aus dem Polens und Galiziens ausgeschieden. Auf ihrem langen Weg konnten sich ihnen auch andere slawische Elemente, polnische und slowakische anschliessen. Die deutsche Bevölkerung erscheint im Komitat im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts und durch sie kam der Bergbau zum Aufschwung. Der übereinstimmenden Meinung der Spezialisten nach bildet das Deutschtum von Szepes, Gömör, Torna und Sáros hinsichtlich seiner Herkunft einen einheitlichen Block. lm Deutschtum von Gömör dominiert das sachsische Element, es sind aber auch bayrische, steirische, schlesische und tirolische Spuren zu finden. Ihre Andsiedlung geschah hauptsáchlich mit der Führung von Schultheissen aus Szepes und zwar nicht gleichzeitig, sondern in kleineren Gruppén, je nach Siedlungen. Die tschehische Bevölkerung erscheint nach dem Mongolenemfall in Gömör. Einige Ortsnamen weisen auf ihre Anwesenheit hin, ihre Zahl war aber warscheinlich gering. Da die Andsiedlung von Gömör - das Gran-Tal ausgenommen - im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts entscheidend beendet wurde, gebén die Steuerlisten über ihr Ergebnis ein relatív vollkommenes Bild. lm Jahre 1427 betrug die Zahl der bewohnten Siedlungen des Komitats Gömör ungefahr 350 (die aus verschidenen Grundén von den Listen fehlenden Siedlungen mitgerechnet). In den tatsáchlich registrierten 292 Siedlungen wurden von den Steuereinnehmern 4885 Hufen gezáhlt. Von der Mitte des Jahrhunderts an kann man das schreckliche Bild einer gewaltigen Verwüstung der Bauernhufen vor den Augen habén. Unter den Ursachen sind vor allém die um sich greifenden Gewalttatigkeiten und der Krieg gegen die Hussiten hervorzuheben. Die Steuerliste von 1494-1495 registrierte im Komitat erst nicht mehr als circa 4000 Bauernhufen. Es ist alsó nicht nur der natürliche Zuwachs im Zeitraum 1427-1495 verschwunden, sondern auch die Gesamtzahl reduzierte sich verglichen mit dem Jahr 1427 mit 18,2%. In dieser nicht allzu tröstenden Lage hat die Bevölkerung des Komitats den Einfall der Türkén erwartet. 111

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