Madaras László – Tálas László – Szabó László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 9. (1996)

Attila Kiss: Eine Gepidische Goldperle aus dem Drittel Viertel des 5. Jahrhunderts von Tiszaföldvár (Egy, az V. sz. II. negyedére keltezhető gepida aranygyöngy Tiszaföldvárról)

taucht nicht unter den regelmäßigen Verkäufer des Museums auf. 26 So mag es eine zufällige Übereinstimmung des Namens sein, daß zu der Zeit als der Fund ins Museum kam, ein Kunstmaler, namens Fülöp László (*1869 27 ) tätig war, der bis 1901 in Budapest, dann bis 1907 in Wien und dann in London lebte. Die Datierung des Gegenstandes wurde offen­bar dadurch erschwert, daß man — vermutlich nach der Auffindung und bevor er ins Museum gelangte — aus seinen Zellen das Cloisonne und den dieses haltenden Klebestoff (offenbar zwecks Feststellung des reinen Goldgewichts des Gegen­standes) entfernt hatte. Dementsprechend verlor der Fund seine vielleicht bezeichnendsten Merk­male, und infolge des Fehlens einer eklatanten Form bzw. Funktion, half die Zylinderform nicht bei der Bestimmung der chronologischen Lage, wie z.B. im Falle einer Schnalle oder Fibel usw. der Fall ist. (Auf Abb. 2 wurde ein Versuch gemacht, den Gegenstand in seinem urspünglichen — mit Almandinen ausgelegten — Zustand zu rekonstruieren.) 2. kép. A tiszaföldvári aranygyöngy cloisonnéval rekonstruált rajza Abb. 2 Die Goldperle von Tiszaföldvár in mit Cloisonne rekonstruiertem Zustand (3:1) Eine im Raum und Zeit, sowie typologisch entfernte Analogie der Goldperle von Tidszaföldvár sind die beiden 1,1 cm langen, bikonischen, mit 12 Almandinen belegten Goldperlen 28 aus dem Frauengrab unter dem Chor des Kölner Doms (1959), die O. Doppelfeld auf nicht viel später als 534, 29 K. Böhner auf das zweite Viertel des 6. Jhs. datiert hat. 30 Die die Zellen des Fundes von Tiszaföldvár unrahmenden Rippen bzw. die angelöteten Drähte sind gerade, wären also aufgrund der allgemeinen Chronologie von B. Arrhenius 31 — zumindest typo­logisch — einfacher und älter, als die zylinder­förmigen Objekte des Grabes II von Apahida. Diese Annahme hat aber aufgrund der Knöpfe der Pendilien mit ähnlich einfacher Einteilung des Grabes I von Apahida keinen genaueren Datie­rungswert; die Pendilien sind zwar im selben Fundkomplex wie die Cloisonne —Gegenstände mit wellenliniger Teilung aus Grab I von Apahida, sind also gleichen Alters. Die geraden Aufteilungsrippen bzw. die Steineinlagen mit geraden Seiten lassen sich auch damit erklären, daß der Gegenstand/die Gegenstände örtliches Erzeugnis sind. 32 So kann man die Goldperle von Tiszaföldvár vorläufig als gleichaltrig mit den Gräbern I und II von Apahida akzeptieren, und kann ihn weder früher noch spä­ter als auf das dritte Viertel des 5. Jhs. datieren. Das beim Ankauf gewogene Gewicht von 22,75 g ist gleich dem Gewicht von 5,022 Solidi (á:4,548 g), das heutige Gewicht von 21,85 g (offenbar nach der Entfernung von Schmutz und von den Resten der Klebemasse gemessen) entspricht dem Gewicht von 4,8 Solidi. Der Gegenstand wiegt also ungefähr 5/6 Unzen (1 Unze = 27,2875 g). Das im Verhältnis zu den Abmessungen des Objekts hohe Gewicht (vgl. Tabelle 1) weist darauf hin, daß sein Besteller bzw. seine Besitzerin(?) sehr viel Gold besaß, wenn er/sie sich eine solche "Großzügigkeit" erlauben konnte. Interessant ist die Beobachtung, daß die vorste­hend bereits erwähnten, auf das dritte Viertel des 5. Jhs. datierbaren gepidischen Fundorte Tisza­földvár — Mezőberény — Gyulavári — Someseni/­Szamosfalva — Apahida sowohl im gepidischen Königtum an der Theiß als auch im siebenbür­gischen in der mittleren Zone der Nord — Süd Ausdehnung 33 — im Königtum an der Theiß an 26 Freundliche Mitteilung von É.Garam; GARAM 1992 11—21 27 Művészeti lexikon 28 DOPPELFELD 1960 98, Nr. 13 q—r, Taf. 17:13q—r 29 DOPPELFELD 1960 112 30 BÖHNER 1967/68 132 31 ARRHENIUS I985 32 KISS 1995 33 BONA 1974/76 Abb. 3 119

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