Madaras László – Szabó László – Tálas László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 8. (1993)

Szentpéteri József: Az avar kori hadsereg legfelsőbb vezető rétege a régészeti források tükrében

von Nagyszentmiklós, 18 können wir hier mit neueren Details über die spätawarenzeitlichen Verbindungen der Goldgefäße und des Rhyon aufwarten. Die als Militärabzeichen dienende Lanzenspitze des auf dem Krug Nr. 2 des Schatzes Nagyszentmiklós dargestellten "siegreichen Fürsten" ist - gut sichtbar - ebenso an zwei Stellen"durchlöchert", wie es bei den im Grab 52 von Kaposvár-Toponár (326) und im Grab 48 von Sebastovce/Kassazsebes (565) 19 gefundenen wirklichen Exemplaren zu beobachten ist. Auch das phalerengeschmückte Pferdegeschirr des fürstlichen Pferdes war durch eine Kopfbuschhülse ergänzt, wie sie in der obigen Bestattung ebenso gefunden wurde. Die Kopfbuschhülse, die bis dahin außchliesslich aus Führergräbern bekannt war, kam innerhalb des Karpatenbeckens gleichfalls nur aus spätawarlscher Umgebung ans Tageslicht. 20 Unter Leitung des Regionalzentrums im Kapos-Tal organisierte sich (wahrscheinlich schon im Laufe des 9. Jh.) unter Führung mehrerer hochrangiger Reiter der südwest-transdanubische Grenzschutz der Awaren. Zu diesen gehört haben könnten die Führer zweier naheliegender Siedlungen, für deren Ausrüstung die Pferdegeschirrverzierun­gen mit großen Phaleren kennzeichend sind (Vörs-Papkert-B Grab 307, 314, 371: 759, Zalakomár-Lesvári dűlő Grab 144: 779 21 ). Einen der führenden Krieger des westlichen Grenzgebietes fand man im Grab 8 von Lukácsháza-Hegyalja dűlő (414) 22 An der Waag-Donau-Mündung läßt sich eines der Regionalzentren der späten Awaren-zeit lokalisieren (Komarno-1 , 3, 6, 8/ Révkomárom: 370, 372, 374, 376). Bei den Reiterbestattungen der "adligen Mittelschicht" wurden in diesem Zentrum bereits nicht mehr unbedingt Waffen als Beigaben ins Grab gelegt. 23 Die Gräber von zur zeitgenössischen Elite gehörenden Reitern fand man am Fundort Radvan nad Dunajom­Zitavská Ton/Dunaradvány-Zsitvatő (Grab 3, XXIV, X, XXVI, XXXI, A, VII.: 547). In nordwestlicher Richtung sicherte der Übergang an der Donau die Hauptverkehrslinie. In der awarenzeitlichen Gemeinde Devinská Nova Ves/Dévényújfalu (174) war - ihren Beigaben zufolge - jeder dritte der Männer ein Waffenträger und/oder Reiter. Das Wiener Becken bildete das "militarisierte westliche Grenzgebiet" des spätawarischen Reiches. 24 Am Fundort Wien-Xlll. Unter St. Veit (768) ruhten Krieger mit goldenen und bronzenen Waffengürteln sowie Säbeln. Das Gräberfeld Wien-Liesing (770) läßt sich durch "unpaarige" Rangabzeichen charakterisieren: am Anfang der spätawarischen Epoche war einem Knaben (Grab 8) mit goldenen Ohrringen und Preßgold-Gürtel ein Pferd mit bronzenem Kandarenschmuck beigegeben, während die mit Pfeil und Bogen ausgerüsteten Schwert/Säbel­Reiter, deren Pferde vergoldeten Kandaren­schmuck trugen (mit Ausnahme eines Silbergürtels), alle bronzebeschlagene Waffengürtel hatten. Eines der südostlichen Zentren des awarischen Khaganats lag im Gebiet von Szentes-Nagyhegy (652). Von herausragender Bedeutung ist das jenseits der Theiss in der Gegend von Balmazújváros-Hortobágy-Árkus (47) erschlossene, bisher noch unpublizierte Gräberfeld. 25 " 26 Der ganz zum Ende der spätawarischen Epoche gelebte Reiterführer von Blatnica (70) dient als gutes Beispiel dafür, daß die unterschiedlichen Würdezeichen (Pferde­geschirrbeschläge und Schwertzubehör im karolingischen Stil und awarischer Ziergürtel) hinsichtlich ihrer Interpretation der Fachwis­senschaft noch lange Kopfzerbrechen bereiten werden. Die Personen mit Waffenbeigaben, die lediglich einen kleinen Teil der awarenzeitlichen Gesellschaft ausgemacht haben, waren eine auch insich stark differenzierte Gruppe (Tabelle 1). Ihre Führer, die Militäraristokratie, dürften eine von der Gesamtheit des Volkes getrennte Eliteschicht gebildet haben (s. Tabellen 1 -5). Ihre inneren Kämpfe, ihre Politik der Zwietracht haben schließlich zum Niedergang des awarischen Reiches geführt. Die Mehrheit der awarenzeitlichen Bevölkerung jedoch ist - allen neuesten archäologischen und anthropologischen (serologischen) Ergebnissen zufolge 27 - mit dem im Karpatenbecken eine neue Heimat in Besitz nehmenden Ungartum assimiliert. 28 Übersetzung: Gotlind B. Thur 179

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