Kaposvári Gyula szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv (1978)

László Szabó: DIE WIRKUNG DER REDEMPTION AUF DIE BAUERNKULTUR IN JAZYGIEN

DIE WIRKUNG DER REDEMPTION AUF DIE BAUERNKULTUR IN JAZYGIEN Die Jassen — ein Volk von alanischer Herkunft — siedelten sich 1241 nach dem Tatarenzug mit den Ru­mänen zusamenn in Ungarn an. Von unseren Königen erwarben die Jassen und die Kumanen zur Zeit der Ansiedlung besondere Privilegien, im Jahre 1323 erhiel­ten welche allein die Jassen. Im Laufe des Mittelalters hatten sie diese Privilegien aufbewahrt, aber sie wurden verungarisiert. Sie gliederten sich als eine privilegisierte Volksgruppe (territorialer Adel) in die ungarische Ge­sellschaft ein. In der Mitte des 16. Jahrhunderts lag Ja­zygien unter der Türkenherrschaft, aber seine Privile­gien und Selbständigkeit bleiben aufrechterhalten. Nach der Vertreibung der Türken, 1702 verpfändete sie der König gemeinsam mit den Kumanen wiederrecht­lich. So waren sie bis 1745 die Leibeigenen des Deutsch­ritterordens, später der Invaliden. Im Jahre 1745 be­zahlten die Jassen und die Kumanen selbst mit der Er­laubnis der Königin Mari Teresia ihre Ablösesumme, wodurch sie ihren freien Zustand zurückbekamen. Diese Ablöse heisst Redemption. Eigentlich war das ein feuda­les, adliges Privileg, wodurch die Jassen ihren früheren Vorteil den anderen naheliegenden ungarischen Gebie­ten gegenüber wieder verstärkt haben. Ab 1745 entfal­tete sich die bürgerliche Entwicklung, indem das Volk von Jazygien auf sicheren rechtlichen Grundlagen, die noch zugleich feudale Privilegien sind, in grossem Tem­po auf dem Weg der Verbürgerlichung vorwärtsschritt Obwohl die Jassen nach 1745 dem Volk anderer Sied­lungen gegenüber, die im Zustand der Leibeigenschaft lebten, alle frei wurden, löste die Redemption die Ge­sellschaft von Jazygien von innen auf. Wer 1745 die Ab­lösesumme mitbezalhte, bekam mehr Boden und Rechte (sie heissen Redempten) als die Jassen, die nur wenig oder nichts zahlen konnten (Irredempten). Der Verfasser untersucht, wie der stabile Zustand der Redemption, die noch feudale Rechte sicherte, auf die Kultur der sich verbürgerichenden Jassen einwirkte und ob diese Tendenz früher, in der Periode vor der Redemption galt. Zu diesem Zweck untersucht er die eigenartigen jazygischen Erscheinungsformen der Kenn­zeichen des Bürgertums, das Benehmen, das Verhältnis zur Macht, die innere gesellschaftliche Schichtung, fer­ner die einzelnen Gebiete der Volkskultur, wie Siedlung, Bauwesen, Tracht, Musik. Es wird festgestellt, dass sich auf dem Grund der feudalen Privilegien bloss eine unvollkommene bürger­liche Entwicklung entfalten konnte. Das Hauptziel der ganzen gut organisierten Gesellschaft von Jazygien bes­tand darin, die schon einmal verlorenen, aber durch die Redemption wiedererworbenen, Privilegien (ihre terri­torialen adligen Vorrechte) von allen Seiten zu sichern. Deshalb wollten sie sich als Adlige benehmen (Verhalten, Bauwesen, Tracht) und kopierten all das, was die Kul­tur der oberen gesellschaftlichen Schichten charakteri­sierte. Unglaublich und durch Institutionen (wie Ver­waltung, örtliche Kirche, Schule) wurde das jazygische ethnische Bewusstsein gesteigert, da man wusste, dass die urspügliche Grundlage des Privilegs die mittelalter­liche ethnische. Sonderstellung, das Jassenwesen bildet. Aber zugleich versuchten sie als gute Bürger die Vor­teile ihrer gesellschaftlichen Lage auch unglaublich strenges Arbeitssystem, starke Disziplin, zweckgemässe Familienwirtschaft eingeführt, wodurch die Jassen einen starken wirtschaftlichen Einfluss auf einen bedeutenden Teil der Tiefebene ausübten. Dieses strenge Arbeitstem­po verhinderte die Ausbildung einer selbständigen geis­tigen Kultur. Es konnte sich bei ihnen bloss eine eige­167

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