Balassa Iván – Kaposvári Gyula – Selmeczi László szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv (1973)
Selmeczi László: Adatok és szempontok a kunok régészeti kutatásához Szolnok megyében
ANGABEN UND STANDPUNKTE ZUR FORSCHUNG DER ARCHÄOLOGIE DER KUMANEN IM KOMITAT SZOLNOK Im Jahre 1967 beg arm unter Leitung der Museensdirektion des Komitats Szolnok die Untersuchung auf dem Wohngebiet der ehemaligen kumanischen Sippe Olás. Von den Ergebnissen der ersten vier Forschungsjähre berichtet Verfasser in seiner vorliegenden Abhandlung. Die führende Schicht der Kumanen liess sich, der nomadischen Bestattungsart entsprechend in Einzelgräber begraben. Die Reihe der in Ungarn früher bereits freigelegten vier Sippenoberhauptgräber erweiterte sich mit zwei weiteren in Kunszentmárton—Jaksopart und Homok—Ovirághegy. Das am Fundort Kunszentmárton— Jaksopart eröffnete Grab war ein sinnbildliches Reitergrab, mit orientalischem Pferdegeschirr ausgestattet, das zweischneidige Schwert war Geschenk eines Königs aus dem Hause der Arpaden. Aus dem Grab von Homok— Ovirághegy kam das ganze Skelett des Pferdes samt JtTunden von orientalischem Charakter zum Vorschein. Beide Gräber können wir auf Ende des 13. Jahrhunderts datieren. Die Freilegung der Begräbnisstätten des kumanischen gemeinen Volkes aus dem 14.—16. Jahrhundert (Karcag—Asszonyszállás, Karcag—Orgondaszentmiklós) ergab folgende Resultate. Zwar haben sich die Kumanen im 15.—16. Jahrhundert in die feudale Gesellschaft eingegliedert, doch bewahrten ihre Grabstätten auch noch zu dieser Zeit viele heidnischen Züge (z. B. aus Schilf geflochtenes Leichentuch, Schilfboden des Sarges, Beifuss (Artemisia) unter dem Kopf der Leiche, Mutterkorn, Pferdezahn im Grab, in einem Frauengrab zwei Gürtelspangen, ausserdem noch Hose und Kaftan, Filzmütze usw.) Die Beziehung zwischen den freigelegten Kirchen und den sie umgebenden Begräbnisstätten entwickelte sich folgendermassen : Die einschiffigen, mit Stützpfeilern verstärkten Kirchen, deren Apsis mit fünf Seiten des Achtecks abgeschlossen ist, wurden auf ehemalige Sippenbegräbnisstätten gebaut und die Bestattungen nach Beendigung der Bauarbeiten fortgesetzt. Wir können annehmen, dass diese Gräber ursprünglich auf Hünengräber der Bronzezeit erhoben wurden. 114