Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)
Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet
der Klinge, ferner die Form und Größe der Tülle, 520 bzw. das Verhältnis der Klinge und Tülle zueinander. 521 In Osten kamen Lanzen in allen vier sarmatischen Perioden nur sporadisch vor. In der östlichen Typologie wurde aufgrund der Form der Klingen differenziert, 523 aber auch die römischen Lanzentypen wurden auf diesem Grund kategorisiert. 524 Die Spitzen der Wurf- und Stoßspeere sind sehr abwechslungsreich. Das ist auch für die römischen Exemplare kennzeichnend. Von Eszter Istvanovits und Valéria Kulcsár wurde keine von diesen Methoden angenommen. 525 Hinsichtlich der Länge und Dicke des Stieles der Waffe hielten sie das Gewicht der Lanzenspitze und der Durchmesser der Tülle für bestimmend, 526 wegen der verschiedenen Größe der Lanzenspitzen „konnte die Benutzungsweise der Lanzenspitzen kaum gleich sein, da die mächtige Gewichtdifferenz auch die Größe des Stieles der Waffe bestimmen konnte." 527 Ohne die Gewichtdifferenz der einzelnen Lanzenspitzen zu bezweifeln, 528 müssen wir betonen, daß der Stiel der Wurfspeere kürzer ist, und die Spitze entweder ausgeglichen ist oder der Schwerpunkt da liegt. Sie sind nämlich nur in diesem Fall lenkbar. Bei den Stoßspeeren der Reiterei war die elastische Festigkeit des Stieles sehr wichtig, damit er beim Stoß - der durch die Bewegung des Pferdes bestimmt wurde - nicht bricht. Zugleich sollte er nicht zu schwer sein, da der Reiter ihn nur mit einer Hand halten konnte. 529 Darum wurden die meisten Lanzenstiele aus verschiedenen Nadelhölzern gemacht. 530 Eszter Istvanovits und Valéria Kulcsár schlagen aufgrund der bestimmenden Elemente die folgende Lanzentypologie vor: 531 l. Typologische Nennung: Gruppe. Eine „formell umgrenzbare Gruppe" der kleinen Lanzenspitzen. Sie sind dick, die Klinge ist relativ breit (2,8-5,2 cm), der Durchmesser der Tülle ist groß (2,3-3 cm). Pilum oder contus. Hier müssen wir bemerken, daß die 520 Auch bei der Bearbeitung des Fundmaterials aus dem Mitteltheißgebiet bestimmten diese Gesichtspunkte die typologische Einordnung: VADAY Andrea 1989, 113-115. 521 Diese Bestimmung wurde von PÁRDUCZ Mihály - KOREK József 1948, 302 angewandt. 522 HAZANOV, A. M 1971, 44. 523 ISTVANOVITS Eszter - KULCSÁR Valéria 1995, 19, mit weiterer Literatur. 524 GUDEA, Nicolae 1994, Abb. 3-4. 525 ISTVANOVITS Eszter -KULCSÁR Valéria 1995, 19: „Die Grenzen der obigen typologischen Gruppen sind verfließend, keine von ihnen kann als ein ausschließliches Ordnungsprinzip angewandt werden." 526 ISTVANOVITS Eszter-KULCSÁR Valéria 1995, 20. In den nachfolgenden behandeln sie das Gewicht der Lanzenspitzen nicht. Wenn aber das als eines der Ordungsprinzipien gilt, hätte man auch das Gewicht in der Beschreibung angeben sollen! 527 S. Anm. 428! 528 Obwohl das Attribut „mächtig" scheint übertrieben zu sein. 529 Die Größe und das Material der Stoßspeere veränderte sich erst im Mittelalter bei der gepanzerten schweren Reiterei. 530 Die gegenwärtigen dendrochronologisehen Analysen der im Rost der im Karpatenbecken gefundenen Lanzentüllen erhalten gebliebenen Holzmaterialien zeugen davon. 531 Im nachstehenden sind die in Anführungszeichen gesetzten Texte die wortwörtlichen Zitieren des von uns hervorgehobenen Textes von ISTVANOVITS Eszter -KULCSÁR Valéria 1995. In ihrer Arbeit werden die Begriffe Typ, Gruppe und Variation wechselnd gebraucht, aber das in der Archäologie allgemein benutzte hierarchische typologische Modell fehlt. Darum bezeichnet die Numerierung der Aufzählung in dieser Publikation nur die Nacheinanderfolge. 95