Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)

Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet

Nadeln und Nadelhalter Die kleineren Bronze-, Silber und Eisennadeln tauchen schon im 2. Jahrhundert n. Chr. in den sarmatischen Frauen- und Männergräbern auf. 613 Einige von ihnen gehören zur Tracht. Sie hielten die Ärmel, bzw. das herunterhängende Band des Textilgürtels der Frau­en, 614 manchmal sogar die Oberbekleidung zusammen. Die Nadeln weisen im allgemeinen einen Hakenkopf auf. Auf das spitze Ende zog man eine Holzscheide auf, damit sie ihren Träger nicht stört. Dem anderen Typ der Nadeln können die kleineren und größeren Exemplare zugeordnet werden, die in die Tasche gesteckt wurden. Einige wurden mit Holzscheide ebenfalls versehen, wie z. B. das im bewaffneten Grab 10 der Hügelgruppe II von Hortobágy-Poroshát gefundene Exemplar. 615 Aus Bronze gemachte größere Nadelhalter, die sporadisch schon von der Wende des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. an bekannt sind, kommen seltener vor. Ende des 3., Anfang des 4. nachchristlichen Jahrhunderts kommen die Eisennadeln gewöhnlich mit aus Vogelknochen gemachtem Nadelhalter auf, häufiger werden sie aber erst im 4. Jahrhundert. Je ein Exemplar befand sich im Grab 5 der Hügelgruppe III von Hortobágy-Poroshát, bzw. im Grab 7 der Hügelgruppe V ebenda, 616 ferner im Grab 127 im Gräberfeld von Csong­rád-Laktanya, 617 im Grab 6 von Csongrad-Berzsenyi-Straße, 618 ín Jászberény-Szó'lők, 6l9 im Grab 6 von Sándorfalva, 620 im Grab 29 von Tápé-Malajdok A, 621 im Grab 2 von Tiszavalk 622 und in den Gräbern 11 und 28 von Tiszadob 623 usw. Die aus Vogelknochen gemachten Nadelhalter kommen in der nördlichen Grenzzone des sarmatischen Gebietes vor, z. T. in der Nähe des Überganges über die Theiß, häufiger an der Strecke zwischen der Körös und Maros, in den Gräberfeldern, wo germanische Wirkung oder germanisches Ethnikum 624 wegen der nahe liegenden germanischen Gebiete nachzuweisen sind. Dieser Gegen­standstyp taucht überwiegend von der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. auf. 625 Ein Nadelhalter und eine Nadel wurden aus dem Grab 224 des bei der Analyse der prähunnen­zeitlichen Sarmatenphase des Karpatenbeckens mehrmals erwähnten Gräberfeldes von Dantscheni publiziert. In dieser Bestattung kamen noch ein Glasbecher vom Kowalk-Typ, ein Beinkamm, zwei Anhänger aus Cypraea-Schnecken, Perlen und ein Hirschge­weihanhäger zum Vorschein. 626 613 VADAY Andrea - SZŐKE Béla Miklós 1983, 109; VADAY Andrea 1989, 122. 614 VADAY Andrea - SZŐKE Béla Miklós 1983, 109, Abb. 22. 615 ZOLTAI Lajos 1941, 328, Taf. III. 23. 616 ZOLTAI Lajos 1941, Taf. V/11 und Taf. VIII. 3. 617 PÁRDUCZ Mihály 1963, 73, Taf. VII. 25. 618 PÁRDUCZ Mihály 1963, 20, Taf. II. 10. 619 PÁRDUCZ Mihály 1963, 35-58. 620 VÖRÖS Gabriella 1985, 145. 621 PÁRDUCZ Mihály - KOREK József 1948, 294, Taf. LV. 7-8. 622 GARAM Éva - VADAY Andrea 1990, 211, Abb. 3. 3. 623 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, 135. 624 ISTVÁNOVITS Eszter - KULCSÁR Valéria 1999, 88 nehmen die Anwesenheit des germani­schen Ethnikums an. 625 S. ausführlicher: GARAM Éva - VADAY Andrea 1990, 211, mit weiterer Literatur. 626 RAFALOVISCH, I. A. 1986, Tab. XXXIX. 6-7, die Nadel und der Nadelhalter. 108

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