Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)
Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet
Dementsprechend konnte man auch mit dem abgeschnallten Schwert umgehen. Das Schwert wurde oben, unter dem Angelansatz gebrochen, 592 und der gebrochene untere Teil bog sich. 593 Eine in der Erde im Laufe von langen Jahrhunderten korrodierte Klinge kann man nicht biegen, nur brechen. 594 Das ist aber fraglich, ob sich der abgebrochene Klingenteil beim Brechen als eine natürliche Deformation bog, oder es absichtlich gebogen wurde. Die Steifheit der geschmiedeten, zweischneidigen Schwerter wird auch durch den sich in der Mitte der Klinge verbreitenden Durchschnitt gesichert. Dadurch wurde das Schwert zum Stoß noch geeigneter! 595 Also brachen diese Waffen, anstatt sich gebogen zu haben. Eben daraus kann man darauf schließen, daß die zusammengebogen vorkommenden Eisenwaffen (Schwert, Lanze) 597 im Laufe der Bestattungszeremonie vielleicht über Feuer erweicht gebogen wurden! Für die Beschädigung der im Grab mitgegebenen Schwerter gibt es Beispiele im Karpatenbecken nur in den späten Bestattungen. Im Grab 40 von Csongrád-Kenderföldek kam ein zusammengebogenes alanisches Kurzschwert vor. 598 In dem in Tataháza-Határdűlő 599 freigelegten Grab konnte man beobachten, daß das Schwert absichtlich beschädigt wurde. Auch das im Grab 34 von Tiszadob gefundene Schwert wurde gebrochen. 600 Auf der Grabzeichnung 60 ' ist es gut sichtbar, daß die Klinge etwa in der Mitte brach, aber die Teile des Schwertes an ihrer ursprünglichen Stelle blieben. Der Tote wurde in ein Leichentuch gehüllt in den Sarg gelegt. 602 Man legte das Schwert an die äußere Seite des linken Armes, und „An seiner Außenseite (nämlich an der des Schwertes) ist die Verfärbung des Grabes besonders gut zu erkennen." 603 Das weist aber auf eine ungewöhnliche Erscheinung hin. Wenn nämlich die Reste des Sarges auf der oberen Seite des Schwertes zu beobachten waren, war das Schwert über den in ein Leichentuch gehüllten Toten (!) in den Sarg gelegt worden, und nicht an ihn. Es ist wichtig hervorzuheben, daß sowohl das Schwert als auch der Schild in diesem Grab in beschädigtem Zustand vorkamen. Im Grab 6 von Tiszavalk, in dem eine ähnliche Waffenkombination zum Vorschein kam, 604 wurde nur das Schwert gebrochen. 592 S. GARAM Éva - VAD AY Andrea 1990, Abb. 11.12. 593 Der sich biegende Teil des unteren Klingenteiles entspricht dem Bogen des Gegenstandes auf der Grabzeichnung! 594 Die an den Freilegungen vorgekommenen Schwerter sind ausnahmslos steif, sie brechen und zerfallen - der Schmiedung entsprechend - in kleine rechteckige Splitter, zum größten Bedauern der Ausgräber. 595 Auch die Klinge der Schwerter mit Blutrinne weist einen ähnlichen Durchschnitt auf. Dasselbe kann auch bei dem überwiegenden Teil der sarmatischen Lanzen beobachtet werden. 596 Biegen konnte man nur die damaszierten Waffen. Man strebte aber in diesen Fällen danach, daß die Klinge je elastischer und dünner wird, und die Deformierung nicht dauernd bleibt. 597 Dieses Rituselement ist bereits ab der Keltenzeit bekannt. 598 PÁRDUCZ Mihály 1959, Taf. I. 8. 599 KŐHEGYI Mihály 1962, 44. 600 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, 137. 601 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, Abb. 14/1. 602 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, 107. 603 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, 110. 604 GARAM Éva - VADAY Andrea 1990, Abb. 11. 10-11. 105