Agria 36. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2000)

Horváth László: „Szabadalmas Gyöngyös várossa szabadságának eredetéről” Ismeretlen verses krónika Gyöngyös történetéről és politikai küzdelmeiről

wobei die Reimchronik selbst als solche der Veröffentlichung würdig ist. Jahre hindurch ver­suchte ich, dem Verfasser auf die Spur zu kommen, um ihn am Ende meiner Studie eventuell sogar benennen zu können. Dies gelang mir jedoch nur bedingt, aber die Untersuchungen enthielten auch so viele Überraschungen für mich. Der mit ganz kleinen Buchstaben geschriebene Vermerk oben auf Seite 13 der aus 14 Seiten, 7 Blättern bestehenden Heftes stammt von der Person, die das Gedicht niederschrieb, und danach sollte "Antal Grétzi" das Werk verfaßt haben. Bei der Bestimmung der Entstehungsumstände und -zeit des Gedichtes kam mir das Glück zur Hilfe. Mir geriet eine Nummer der Zeitschrift "Hasznos Mulatságok" vom Jahre 1833 in die Hand, in der ein Bühnenstück von Charlotte Birc-Pfeiffer, einer modischen deutschen Autorin des Reformzeitalters gepriesen wird, ein Theaterstück, das unter dem (ungarischen) Titel "Szapáry Péter" von einem ungarischen Thema handelt. Der Text wurde zu Beginn der 1830-er Jahre von Ferencz Komlóssy aus dem Deutschen ins Ungarische übertragen, und das Gedicht von Gyöngyös wurde unter dessen wörtlichen Verwendung, also nach 1833 geschrieben. Im Zuge der Untersuchung der Entstehungsumstände lenkten konkrete Hinweise im Text auf die "schädliche" Rolle der städtischen Oberrichter, auf die Verheimlichung der erworbenen Privilegen meine Aufmerksamkeit auf die ersten Männer der Gemeinde des Marktfleckens, auf die Oberrichter der Stadt Gyöngyös. Selbst von den üblichen Gefechten um die Richterwahlen der Stadt hebt sich ein konkreter Fall ab. Der Richter Antal Csiba wollte ausdrücklich dem Unrecht abhelfen, über das die Weinbauer, die soge­nannten Hacker, klagten. Im Jahre 1844 versuchten daraufhin die Grundbesitzer, das Rathaus mit Bewaffneten zu besetzen, die Gefolgsleute von Antal Csiba vertrieben sie aber mit einem Steinhagel. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Versen diese, die ganze Stadt beschäftigenden Ereignisse widerhallen. Ich suchte nach dem Verfasser mit dem Namen Grétzi aus verständlichen Gründen von den 30-er Jahren des 19. Jh. begonnen im öffentlichen Leben der Stadt. Aber ich fand seine Spuren weder im Kreis der städtischen Intelligenz noch unter kirchlichen Leuten. Dann tauchte plötzlich unter den Nationalgardisten der Revolution der Jahre 1848-49 ein Nationalgardist aus Gyöngyös auf, der Antal Gréczi hieß. Im nachhinein kann leider niemals mit voller Gewißheit entscheiden werden, ob der selbst im Jahre 1848 nur noch 26 Jahre alte Antal Gréczi irgendwann im Alter von 18-22 Jahren der Verfasser des beschriebenen Gedichtes war. (Bei den erwähnten Richterwahlkämpfen 1844 war er 22 Jahre alt.) Auf jeden Fall dürfte es ein Hinweis auf den Fortschritt des bürgerlichen Selbstbewußtseins in Gyöngyös sein, wenn ein relativ einfacher Hacker aus Gyöngyös ­selbst von aktualpolitischen Gründen getrieben - imstande war, über die Lage und ehe­maligen Privilegien seiner geliebten Stadt ein Gedicht zu schreiben. Gyöngyös war keine von den Musen besonders begünstigte Stadt. Gedichte über Gyöngyös sind selten, besonders rar ist aber eine Schöpfung, die versucht, die Geschichte der Stadt in Lyrik abzufassen. Selbst wenn der poetische Wert so manches zu wünschen übrig läßt, lohnt es sich unbedingt, diese Versen zu veröffentlichen, weil die Literaturgeschichte des Komitates und der Stadt dadurch eine Bereicherung erfahren würde. 156

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