Agria 34. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1998)

Cs. Schwalm Edit: A csipke alkalmazása Heves megye női viseletében

Edit Cs. Schwalm Spitzen an der Frauentracht im Komitat Heves Die ab Mitte des XIX. Jhs. erscheinenden, industriell erzeugten Stoffe (Seide, Brokat, Samt) und Verzierungen (Spitze aus Gold/Silber, Bänder und Fransen) spielten eine bedeutende Rolle bei der Anfertigung und im Aussehen der Volkstracht. In meiner Studie verfolgte ich die Anwendung von Spitzen an der Frauentracht im Komitat Heves. Neben der fabrikmäßig erzeugten Spitze beschäftigte ich mich mit dem Gebrauch von Handarbeitsspitzen. Dazu verwandte ich die Beschreibungen der Volkstracht, die seit der Mitte des XIX. Jhs. zu unserer Verfügung stehen. Femer die zum Ende des XIX. und Anfang des XX. Jhs. angefertigten Postkarten der Volkstracht, die im Archiv befindlichen Fotografien sowie die Originale unserer Volkstrachtensammlung. Wir finden keine sogenannten „Edelspitzen" (geklöppelte, gehäkelte, gestickte) an den Trachten, nach der Hälfte des XIX. Jhs. hat die Häkelspitze aber eine umso größere Bedeutung. Neben den gestickten Streifen wird der Rand der Schnürbrust mit weitem und engem Arm mit Häkelspitzen gerändelt. Selten fehlt die Stickerei und nur die Häkelspitze ist die einzige Zier. Die Spitze wird aus dicker, weißer Baumwolle hergestellt. Bei den Hemden mit engem Arm wird diese Verzierung durch ein wenig Bordüre belebt und der Halsausschnitt wird mit einer einfachen Häkelspitze umrandet. Der Rand der weißen gestickten Kopf-, Schulter und Handtücher wurde oft mit breiter gehäkelter Spitze verziert. Der Stoff ist oft aus Baumwolle, selten dünner Zwirn, aber immer häufiger erscheint hier die industriell gefertigte Spitze. Seit Anfang des XIX. Jhs. (1819) haben wir Angaben über den Gebrauch des Kopftuches aus weißem Linnen. Dessen Benutzung war bis in die 40er Jahre des XX. Jhs. normal. Das Leibchen (Leibel) war das erste aus dem im Laden erhältlichen Stoff gefertigte Kleidungsstück. Das Leibchen wurde eng anliegend geschnitten, selten mit einer Krause bis unterhalb der Taille verlängert. Das Leibchen wurde mit in gold- und silberfarbenen Spitzen, später mit fabrikmäßig erzeugten Spitzen aus Zwirn oder Seide verziert. Diese Verzierung wurde entlang den schlank machenden Linien, beim Ärmelloch, beim Hals und beim Unterteil des Leibchens angebracht. Die Seidenspitze wurde häufig durch Perlen und Pailletten ergänzt. Das Leibchen war vielleicht das am stärksten verzierte Kleidungsstück. Von 1846 an haben wir Angaben über den Gebrauch des Leibchens im Komitat Heves. Das Leibchen wurde bis zum Ende der 1920er Jahre getragen. Das Auftauchen von Frauenkleidern mit Ärmeln, Röckchen, Korsagen, Blusen und Jäckchen bedeuteten den Anfang der Verbürgerlichung der Bauerntracht. Anfangs wurden diese Kleidungsstücke aus Textilien hergestellt, die sich vom Stoff für den Rock unterschieden. Ihre zwei Schnittformen sind bekannt: eine enganschließend und eine weit abstehende, mehr schwebende Form. Bei den Verzierungen sehen wir selten Metallspitzen, an den fabrikmäßig erzeugten Blusen wurden keine gestickten Spitzen verwendet. Fabrikmäßige Spitze aus Zwirn oder Seide wurde an Ärmel und Bluse genäht: an den Kragen (selten in mehreren Reihen), an das Unterteil der Bluse, ans Ende der Ärmel, am Halsausschnitt und entlang der Nähte. Bei den Festkleidern wurden Perlen, Seidenbänder und Samt als Ergänzungsverzierung verwendet. Ab 1846 haben wir Angaben über das Tragen der Kleider mit Ärmeln im Komitat Heves. Die Hauben auf dem Kopf sind wichtige Stücke der Frauentracht. Die von den Paloczen gebrauchten Hauben sind die abwechslungsreichsten in Ungarn. Sogenannte „Hauben für die junge Ehefrau" waren am prächtigsten. Die Hauben besaßen einen weichen Grund aus Leinwand oder aus Hartpapier verschiedener Form. Die wichtigste Verzierung der Hauben war die Metallspitze aus Gold oder Silber, ergänzt durch Seidenbänder und Perlen. Die Hauben 346

Next

/
Thumbnails
Contents