Agria 31.-32. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1995-1996)
Baráz Csaba–Mihály Péter: A Heves és Borsod-Abaúj-Zemplén megyei kaptárkő topográfia újabb eredményei és a fülkék rendeltetésének vizsgálata
Csaba Baráz-Péter Mihály: Die neuen Ergebnisse der Bienenstockstein-Topographie im Komitat Heves und Borsod-Abaúj-Zemplén und die Untersuchung der Funktion der Nischen Aus den drei Komitaten, in denen Bienenstockstein-Fundorte bekannt sind, stehen uns neue, nach 1976 entstandene Ergebnisse, nämlich die Angaben von 550 Nischen von 101 Bienenstocksteinen zur Verfügung. Nach der Auswertung der topographischen Ergebnisse untersuchten wir die Funktion der Nischen im Spiegel der bis dahin gemachten Annahmen erneut. Unser Zweck war, die bezüglich der Bienenstocksteine auftauchenden Probleme ausführlich zu analysieren, um die Funktion der Nischen genau klären zu können. Es wurden drei Tabellen zusammengestellt. In der Tabella 1 werteten wir die sich auf die Bienenstocksteine beziehenden historischen Quellen, die Benennungen, die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen, die außerhalb des Karpatenbekkens bekannten Analogien der Nischen und die Beziehungen mit der Steinkultur der weiteren Umgebung in Hinsicht aller Annahmen aus. Da im Vorraum der Felsen, in denen sich Nischen befinden, archäologische Freilegungen nur selten durchgeführt wurden, ist das vorliegende bescheidene Fundmaterial zur Bestimmung der Funktion nicht genügend. Konkrete, sich auf die Felsenimkerei („Bienenstockstein-Imkerei") oder auf kultische Tätigkeit bei Bienenstocksteinen beziehende schriftliche Angaben stehen uns nicht zur Verfügung. Auch die Etymologie des Wortes „kaptár" (Bienenstock) wurde beruhigend noch nicht geklärt, und auch die Entstehung der Namengebung ist unbestimmt: Man veiß nicht, ob sie der Entstehung der Bienenstock-Imkerei (d. h. der Zeit, seit der das Wort „kaptár" in der Imkerei als Fachausdruck angewandt wurde) voranging, oder dieses Wort erst in der Neuzeit nach der Ähnlichkeit der obigen Art der Imkerei gebildet wurde. Vorläufig sind auch die ausländischen Analogien ungenügend bekannt. Mit Hilfe einer, der ungarischen ähnlichen Methode wurden nur die Nischen von Róják Und Madara (Bulgarien) aufgenommen. Auch die mündlichen Überlieferungen verteilen sich betreffs der kultischen und wirtschaftlichen Funktion. Die Tabellen 2 und 3 bieten uns die größte Hilfe zur Beantwortung der gestellten Frage. (Zu den angegebenen Gesichtspunkten werden auch Beispiele erwähnt.) Aufgrund der unmittelbar aus den topographischen Angaben der Nischen, also aus den tipologischen Kennzeichen und dem Verhältnis der einzelnen Nischen zueinander bzw. aus ihrer Lage an der Felsenwand gezogenen Schlüsse steht uns eine statistische Wahrscheinlichkeit zur Verfügung. (Im allgemeinen sind die Nischen zu den bis jetzt vorgestellten Funktionen geeignet, aber es gibt einige Kennzeichen, die gewisse Funktionen im Falle einiger Nischen ausschließen oder in Frage stellen.) Die meisten negativen Beweise (-: Es beweist nichts. ?: Es erweckt einen Zweifel.) befinden sich in den Kolumnen „Imkerei" (8), „Urnenbestattung" (9) und „sonstige Bestattungen" (5). Bezüglich der Benutzung der Nischen kultischen bzw. sakralen Zweckes tauchten keine ausschließenden Gründe auf. 105