Agria 25.-26. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1989-1990)

Petercsák Tivadar: Szénégetés Észak-Magyarországon

Tivadar Petercsák Kohlenbrennerei in Nordungarn In den an Wäldern reichen Gebieten Nordungarns sicherte die Holzkohlenbrenne­rei vielen Familien neben der Holzgewinnung jahrhundertelang ihr Auskommen. An mehreren Orten ist die traditionelle Technologie dieses Gewerbes auch heute zu studi­eren und ihre Vergangenheit kann mit Hilfe der geschichtlichen Aufzeichnungen re­konstruiert werden. Die Holzkohlenbrennerei ist ein uraltes Gewerbe, welches sich an die Eisenerzeu­gung, Metallurgie bzw. auch noch an die Glas- und Schieß pulvererzeugung knüpft. Die erste schriftliche Erwähnung des Wortes Kohlenbrennerei (ung. szénégető) stammt aus 1222. Die erste Konjunktur der Kohlenbrennerei von Gömör entfaltete sich am Anfang des 17. Jahrhundertes und die in dem Bükk-Gebirge in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertes gegründete Eisenschmelze machte den Anspruch auf die Holzkohle beständig. In dem Feudalismus beanspruchten auch die Herrschaftsgüter Holzkohle für die Pulvererzeugung und für die Schmieden. Die Pflichten der Kohlenbrenner wurden auch in den Urbarien festgesetzt. Die Schmiede der Dörfer und Marktflecken brannten auch selbst Holzkohle. Nach den geschichtlichen Angaben befriedigte die Holzkohlenbrennerei hauptsächlich die Ansprüche der Eisenhütten in dem Bükk-Ge­birge und im Komitat Gömör. In dem Zempléni- und Mátra-Gebirge bzw. in den, durch Wälder umgebenen Dörfern des Nördlichen Mittelgebirges wurde die Holzkohlenbren­nerei zur Verwertung anderer Zwecke vielerorts getrieben. Die Holzkohle kann seit dem 17. Jahrhundert auch als Marktware bemerkt werden. Nicht nur die Schneider, Hutmacher und Bäcker, sondern auch die Haushalte beanspruchten die Bügelkohle. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundertes kauften die Besitzer der mit Holzkohle gehenden Mühlen, Schrot-bzw. Ölmühlen und die der Dreschmaschinen Holzkohle. Heutzutage wird in den Grillgeräten benutzbare Holzkohle nach Westeuropa expor­tiert. Für die Bewohner mehrerer Siedlungen in den Gebirgsregionen Nordungarns war die Gewerbtätigkeit in den Wäldern, so auch die Holzkohlenbrennerei wegen der schlechten Ackerbestellungsgegebenheiten eine Lebensnotwendigkeit. Die Männer, die sich auf die Holzkohlenbrennerei spezialisierten, gingen auch in die Gemarkung von nahe und weiter liegenden Dörfern Holzkohle zu brennen. Die Kohlenbrenner arbeiteten in Familienunternehmungen oder in, aus zwei-vier Personen bestehenden Truppen. Die Qualiät der Holzkohle hängt auch von den Holzarten ab. Die beste Holzkohle kann aus Buchen und Hagebuchen ausgewonnen werden. Die Bäume wurden bis zu den 40er Jahren unseres Jahrhundertes von den Kohlenbrennern ausgeschnitten und mit Sommerschlitten zur Kohlenbrennerei geliefert. Nach der gründlichen Vorberei­tung der runden Kohlenstelle wurde der aus meterlangen Scheiten bestehende Scheiter­haufen für das Kohlenbrennen, dessen Name Meiler und seine Varianten (ung. mile, mila, boksa, banya) sind, errichtet. In Nordungarn war der unten anfeuernde Meiler allgemein verbreitet. Er war in dem Bükk- und Zempléni-Gebirge und im Komitat Gömör bekannt. Diese wird auch als slowakische Kohlenbrennenmethode genannt und es ist mit dem Einfluß der Kohlenbrenner von Gömör und Szepes zu rechnen. Die Methode, als der Meiler oben angefeuert wurde, nennt man deutsche oder italienische Kohlenbrennenmethode und sie ist nur im Mátra-Gebirge bekannt. Aufgrund der siedlungsgeschichtlichen Angaben ist dabei ein tschechisch-mährischer Einfluß vorzu­stellen. Die Mitte des Meilers wurde so ausgebildet, daß dünnere und trockene Baumzwe­535

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