Agria 25.-26. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1989-1990)

Révész László: Honfoglalás kori veretes tarsolyok Karosról

László Révész Landnahmezeitliche beschlagverzierte Taschen von Karos In der vorliegenden Arbeit werden vier beschlagverzierte Taschen bearbeitet, die in drei, nebeneinander freigelegten landnahmezeitlichen Gräberfeldern in der Gemar­kung der Gemeinde Karos (Landschaft Bodrogköz) zum Vorschein kamen. Die im Grab 9 des Gräberfeldes Karos-Eperjesszög I gefundene Tasche ging verloren. Auf ihr Dasein und auf ihre Konstruktion ist es nur aus den Skizzen des Ausgräbers T. Horváth zu schießen. Nur der Verschlußriemen dieses Gegenstandes wurde wahrscheinlich durch eine, aus fünf Gliedern bestehende Beschlagreihe, aber ohne Mittelbeschlag verziert, und dazu dürfte auch eine einfache Schleife gehört haben. Die Beschläge auf dem Verschlußriemen errinnern an die Stücke von Bodrogszerda­hely. (Abb. 22) Die im Grab 11 des Gräberfeldes Karos-Eperjesszög II vorgekommene beschlag­verzierte Tasche kann folgendermaßen rekonstruiert werden: Sie war 12-14 cm hoch und die Breite des geraden oberen Endes konnte 10-12 cm betragen. Der Rand wurde mit Beschlägen vbn Dreiblattmuster, die sich voneinander ca. 1,0-1,5 cm befanden, verziert. Auf den Ecken des Deckels wurden vier kleinere Beschläge und in der Mitte ein größerer quadratförmiger Beschlag angewandt. Sie hatte also keinen Schleifenbesc­hlag, so konnte der Deckel unten durch einen angenähten Binderiemen geschlossen werden. Er dörfte duch die Lederschleife unter der Deckplatte durchgezogen und mit dem tropfenförmigen Beschlag geschlossen werden. Der Rand der im Grab 41 des Gräberfeldes von Karos-Eperjesszög II freigelegten Tasche wurde durch 25 dicht nebeneinander genietete durchbrochene Bronzebeschläge rundherum verziert. Sowohl die rechte als auch die linke Seite der Deckplatte wurde mit je drei Rosetten verziert, deren Mitte und die tropfenförmigen Blumenblätter durchbrochen sind. Durch die rechteckige Öffnung des sorgfältig bearbeiteten Mittel­beschlages wurde die an das Bronzeblech angelötete Schleife hindurchgeleitet. Durch die Schleife konnte man einen 1,2 cm breiten Riemen durchziehen. Auf dem Verschluß­riemen wurden sechs herzförmige Beschläge genietet. Die bronzene Beschlagkollek­tion der Tasche ist stark abgewetzt. (Abb. 8-9) Die im Grab 61 des Gräberfeldes Karos-Eperjesszög II zutage geförderte be­schlagverzierte Tasche kann folgenderweise rekonstruiert werden: Der steife Lederdec­kel wurde am unteren Rand in der Mitte mit einer runden Rosette verziert. Sie hatte keinen Schleifenbeschlag und das Verbinden wurde mit Hilfe einer Lederschleife gesi­chert. Der Verschlußriemen wurde dadurch geleitet. Dadurch wurde der Verschlußri­emen, auf dem dicht nebeneinander sieben kleine dreieckige Beschläge angewandt wurden, hindurchgeleitet. Die Gräberfelder, in denen die beschlagverzierten Taschen zum Vorschein kamen, sind in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts zu datieren. Die Krieger und Führer von verschiedenem Rang des militärischen Gefolges eines Stammeshäuptlinges oder eines Fürsten wurden hier bestattet. Die mit einer beschlagverzierten Tasche begrabenen Krieger dürften Leiter von mittlerem Rang in diesem Gefolge gewesen sein. 309

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