Agria 20. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1984)

Löffler Erzsébet: Adatok az egri filoxéravész történetéhez

ging. Die um Eger befindlichen bindigen Bodensorten waren für die Vermehrung der Insekten äußerst günstig. Die Verwüstung wurde auch dadurch vergrößert, daß man mit der organisierten Verteidigung nur verspätet begann. Den Schädling konnte man auf mehrerlei Art bekämpfen. Darunter war auch die Vertilgung mit Chemikalien, die mit Kohlensulfid durchgeführt wurde, und zur Vertei­digung der europäischen Weinstockarten diente. Ein Nachteil dieser Methode lag darin, daß sowohl das Kohlensulfid und als auch die zur Durchführung der Aktion notwendigen Geräte sehr teuer waren. In unserer Stadt kam es nur zu einigen Versuchen der Vertilgung mit Kohlensulfid. Eine endere Möglichkeit war die Unterwassersetzung der Wein­baufläche. Dieses Verfahren war aber mit mehreren Schwierigkeiten verbunden. Die ungünstigen Terrainverhältnisse von Eger machten die Überschwemmung unmöglich. Außerdem hätte man die Weinbaufläche mit Wasserüberhebeinrichtungen versehen müssen, die sehr kostspielig waren. Erfolgreich war in den 90-er Jahren die Ansiedlung von resistenten amerikanischen Weinstockarten und die Propfung dieser auf die euro­päischen von besserer Qualität. Aber die Einführung dieser Form der Bekämpfung ging schwer; die Qualität der direktfruchtbaren Sorten war schwach und die Fachkenntnisse zur Propfung fehlten. Nach der völligen Verwüstung der Weinpflanzungen bewies sich aber nur diese Methode als gangbarer Weg. Auch die Einbeziehung des Sandbodens in den Weinbau war zur Verteidigung geeignet. In Ungarn nahm die Anpflanzung der Sandweinstöcke nach der Phylloxeranot einen raschen Aufschwung. Die Weinwüstungen durch den Schädling bedeutete für die Einwohnerschaft der Stadt, für die der Weinbau sozusagen die einzige Quelle des Unterhalts war, eine schwere Plage. Die große Masse der in den äußeren Stadtteilen sich mächtig vermehrten Agrar­lohnarbeiter blieb ohne Brot. Das ist verständlich, weil aus den 4145 Katastraljoch Wein­fläche der Stadt nach der Seuche nur 422 Joch unversehrt blieben. Das Wirtschaftsleben von Eger war auf eine Monokultur aufgebaut. Das Einkommen der Häusler kam aus der in den Weingüter geleisteten Lohnarbeit. 164

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